Mittwoch, 24. Juli 2019

Kochen für den Weltfrieden: Rolf Anschütz (Uwe Steimle) mit seiner Frau Ingrid (Julia Richter, l.) und Geisha Giesela (Ina Paule Klink, r.)
© movienet

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Nach wahren Begebenheiten erzählt Sushi in Suhl die unglaubliche, aberwitzige Geschichte des Rolf Anschütz, der mitten in der DDR gegen alle staatlichen wie gesellschaftlichen Bedenken und Widerstände seinen Traum vom Japan-Restaurant verwirklichte. Sein kulinarischer Ruf drang sogar bis nach Japan.

Suhl, Anfang der 70er Jahre. Rolf Anschütz ist Koch und Gastronom aus Leidenschaft. Allerdings hat er die traditionelle Thüringer Küche satt. Er will nicht mehr das allseits beliebte Würzfleisch servieren. Während er Klöße formt und Gulasch rührt, träumt er von ausgefallenen Speisen, die in der Planwirtschaft der DDR vorerst keinen Platz finden.

Inspiriert von dem Buch „Die Küchen der Welt“, lässt er seiner Fantasie und Kreativität freien Lauf und überrascht seine anfangs verunsicherten Freunde mit kulinarischen Zaubereien aus seinem Japan. Der Traum der internationalen Küche scheint lange nur diesen vorbehalten. Bis ein „echter“ Japaner vor der Tür steht und wünscht, im „Waffenschmied“ japanisch zu speisen.

Durch Einfallsreichtum und unbändigen Ehrgeiz wird Rolf zu einem wahren Japanexperten und richtet sich im beschaulichen Südthüringen ein Restaurant ein, das weit über die Grenzen der Deutschen Demokratischen Republik hinaus bekannt wird, jedoch nicht, ohne die Aufmerksamkeit der Partei auf sich zu ziehen, die nun natürlich ebenfalls von den westlich geknüpften Kontakten profitieren möchte.

Von der politischen Führung geduldet, von den Gästen kulinarisch geschätzt, ist er König in seiner Welt. Dennoch – alles hat seinen Preis: je mehr Anerkennung Rolf von den Japanern und der Parteispitze erntet, umso weiter entfernt er sich von seiner Familie und seinen Freunden…

Es war sein Traum, der für einige Zeit in Erfüllung trat. Leider konnte er das Restaurant nach der Wende nicht mehr halten. Zum Ende der DDR hin wurde der Druck der Partei immer stärker. Als Rolf Anschütz dann im Dezember 1989 in der Stadthalle in Suhl eine Rede vor dem versammelten Volk halten will, um sein Erlebnisrestaurant zu retten, stürmt eine ortsansässige Rechtsanwältin in den Saal, geht auf die Bühne und verkündet durch das Mikrofon, dass die hiesige Stasi-Abteilung gerade dabei wäre, ihre Büros aufzulösen und Akten fortzuschaffen. Das müsse verhindert werden. Der Saal leert sich innerhalb weniger Minuten, alle machen sich auf, um die Vernichtung ihrer Akten zu stoppen.

Der Film, mit all seinen komisch inszenierten Begebenheiten, zeigt die Anfangsphase und seinen unglaublichen Besuch Japans (auch wenn wegen der Fukushimakatastrophe nicht in Japan gedreht werden konnte), als auch seine sehnliche Rückkehr in seine Heimat. Uwe Steimle spielt den Koch derart markant und mit solcher Hingabe, dass man glaubt, er sei wirklich Rolf Anschütz.

»Sushi in Suhl ist eine emotionale Heimatkomödie, die wie ein Märchen erzählt wird«, erzählt Regisseur Carsten Fiebeler (Kleinruppin forever). »In seiner epischen Tonalität betritt der Film damit Neuland. Das Thema: „Was geschah noch so hinter dem Eisernen Vorhang?“ wird hier neu behandelt. Weder Anklage, noch Abrechnung oder jegliche Form von Nostalgie/Ostalgie finden darin ihren Platz.

Rolf Anschütz, der „Koch für den Weltfrieden“, der Land, Leute und seinen Beruf liebt, schafft für Unzählige eine Art Transitraum in eine andere Welt. Er holt diese fremde Kultur in das verschlafene Suhl und tritt so, auf seine Art, für Völkerverständigung ein. Das ist komisch, amüsant, manchmal verquer, dann wieder rührend. Aber auf jeden Fall einen Besuch wert.«

Auch mit all den Set-Bauten und Kostümen, Dialogen und recherchierten Hintergrundinformationen, vermag der Film ein klein wenig Erinnerungen an eine Zeit wach werden zu lassen, in der man noch Träume hatte. Daher auch das Märchenhafte – die DDR war in gewissem Sinne ein Märchenland, das vom bösen König Erich und seinem Gefolge regiert wurde und wo die Untertanen ein „gleichgeschaltetes“ Dasein fristeten. Und da kam Anschütz mit seiner Japan-Oase…und nun Fiebeler mit dieser kleinen, aber doch schönen Anekdote. ■ mz

OT: Sushi in Suhl
D 2012
Komödie/Drama
FSK: 0
107 min

mit
Uwe Steimle (Rolf Anschütz)
Julia Richter (Ingrid Anschütz)
Ina Paule Klink (Giesela)
Deborah Kaufmann (Elke Malaschke, HO-Direktorin)
Torsten Merten (Hans Leutner, HO-Bezirksdirektor)
Michael Kind (Lothar Jäger, HO-Kreisdirektor)
Ernst-Georg Schwill (Otto Günther)
Gen Seto (Dr. Hayashi)
Christian Tramitz (Ernst Kaltenhauser)
Angelika Böttiger (Helga)
Leander Wilhelm (Robert Anschütz)
Hilmar Eichhorn (Erwin Anschütz)
u.a.

drehbuch
Jens F. Otto

kamera
Gero Steffen

regie
Carsten Fiebeler

produktion
StarCrest Media GmbH
mdr

verleih
movienet

Kinostart: 18. Oktober 2012

18.10.2012 | mz |
Kategorien: ohne