Dienstag, 18. Juni 2019

Zoe Kazan als Ruby Sparks
© 20th Century Fox

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Es ist nicht allzu lange her, da wurde Calvin Weir-Fields nach seinem ersten gefeierten Roman als sprichwörtliches Wunderkind bezeichnet. Doch seitdem leidet er an einer Schreibblockade, die durch sein desolates Liebesleben noch verschlimmert wird. In einem allerletzten Versuch seine Kreativität erneut zu entfachen, denkt Calvin sich eine weibliche Protagonistin aus. Ihr Name ist Ruby Sparks und vom ersten Moment an, in dem er sie sich vorstellt, fühlt er sich kreativ gestärkt und fängt an, über sie zu schreiben – bis sie in seinem Wohnzimmer auftaucht.

Ist das ein Scherz, ein Zeichen des Wahnsinns oder Magie? Was auch immer es ist – es fühlt sich unglaublich an. Plötzlich schläft Ruby in Calvins Bett, kocht in seiner Küche und verwöhnt ihn in jeder Hinsicht, und Calvin stellt verblüfft fest, dass er die Macht hat, sie irgendwie jedes Mal zu verändern, sobald er an seiner Schreibmaschine sitzt. Während er versucht, mit dieser „Fähigkeit“ umzugehen, wird ihm klar, dass er sich einem Problem als Autor und als Rubys Freund stellen muss: Wie soll er es schaffen, dass diese Beziehung aus seiner Vorstellungskraft auch im realen Leben funktioniert?

Zoe Kazans bissige, moderne Version des Pygmalion-Mythos ist ihr ertes Drehbuch, das dem Regisseur-Paar Jonathan Dayton & Valerie Faris auf Anhieb gefiel. Beide hatten bereits bei der Erfolgskomödie Little Miss Sunshine gemeinsam Regie geführt. Zoe Kazan und Paul Dano, die auch im wahren Leben eine glückliche Beziehung führen, haben außerdem den Film mitproduziert, was sich auch im Film widerspiegelt.

Kazan, ein großer Fan der griechischen Mythologie, erinnerte sich an den alten Mythos von Galatea, nach dem sich Pygmalion in die von ihm selbst geschaffene Statue verliebte. Dieser verblüffende Moment, in dem das Unbelebte quasi lebendig zu werden schien, ließ sie schließlich darüber nachdenken, wie Phantasie, Autonomie und Identität in modernen Beziehungen kollidieren und kolludieren können.

»Ich fragte mich was wohl passieren würde, wenn einem Schriftsteller seine eigene Figur zum Leben erwacht und ihm genau das bietet, was er sich von der Liebe immer erträumt hatte«, erinnert sich Kazan. »Natürlich wird die Sache zwangsläufig kompliziert, denn wenn man jemanden wirklich liebt, dann liebt man ihn in seiner Gesamtheit, nicht nur die Eigenschaften, die der eigenen Idealvorstellung entsprechen.«

Ursprünglich war es gar nicht ihre Absicht gewesen, Rollen für sich und ihn zu schreiben. Doch bald sahen sie bei der Lektüre trotzdem den jeweils anderen vor ihrem geistigen Auge. »Vermutlich habe ich Calvin unbewusst schon die ganze Zeit für Paul geschrieben«, sinniert Kazan. »Wobei es natürlich kurios ist, dass ich eine Figur schrieb, die wiederum meine Figur schrieb. Ein Projekt voller Metaebenen!«

Der Film erinnert ein wenig an den australischen Fantasyfilm The Inside Story von 2002, in dem ein junger Mann im Keller seines Onkels ein myseriöses Buch findet, das die gesamte Geschichte der Menschheit aufzeichnet und dem Leser das offenbart, was er wissen möchte. Auch dort wurde schließlich das wahr, was man in dieses Buch geschrieben hat. Bei Ruby Sparks steht jedoch der romantische Aspekt im Vordergrund und die Tatsache, dass man, wenn man eine Freundin „herbeischreibt“, auch mit den Konsequenzen leben muss, besonders dann, wenn einem schließlich klar wird, dass man sich selbst verändern muss, um eine glückliche Beziehung führen zu können…

Kazan erklärt: »Mich reizte das Thema von Kontrolle in Beziehungen genauso wie die Art und Weise, wie wir selbst von der Person, die wir lieben, immer eine Idealvorstellung haben. Wie liebt man seinen Partner in seiner Gesamtheit und nicht nur seine guten Eigenschaften? Wie schafft man in einer Beziehung genug Raum für zwei eigenständige Persönlichkeiten? Ich war selbst auch schon in Beziehungen in denen ich das Gefühl hatte, mein Gegenüber sieht irgendwie nicht mein wahres Ich, sondern eine Version davon, eine Art Zerrbild. Genau so ist es auch bei Calvin und Ruby.«

Für das Publikum stellt Ruby, so Produzent Albert Berger, durchaus eine Herausforderung dar. Zwar ist sie zunächst bloß eine Idee in Calvins Kopf, doch er stattet sie eben auch mit dem starken, individualistischen Verlangen aus, ihre eigene Person zu sein: »Die größte Leistung des Drehbuchs ist für mich, wie viel Integrität und Menschlichkeit in Ruby steckt.

Calvin muss letztlich selbst ein stückweit erwachsener werden, um mit ihrer Entwicklung und Stärke mithalten zu können. All diese Nuancen wurden in den Händen von Jon und Val natürlich noch weiter ausgefeilt. Sie schaffen es immer wieder, sich so intensiv mit ihrem Material zu beschäftigen, dass die Filme das Potential ihrer Drehbücher bis ins letzte ausreizen.«

Zoe Kazan mag all die verschiedenen Facetten von Ruby Sparks zu Papier gebracht haben, doch sie auch als Schauspielerin auf die Leinwand zu bringen, war eine vollkommen andere Sache. Kazan ihrerseits fand großen Gefallen an der Auseinandersetzung mit dieser Figur, die zwar Aspekte ihrer eigenen Kreativität widerspiegelt, aber teilweise aber eben auch gänzlich anders ist als sie selbst:

»Ich habe Ruby einige Qualitäten mitgegeben, die ich sicherlich auch besitze, doch in vielerlei Hinsicht unterscheiden wir uns auch sehr. Ich mag es ganz gerne, wenn man sich um mich kümmert, während Ruby sehr viel unabhängiger ist. Sie sagt stets ihre Meinung und ist diesbezüglich sehr mutig. Mir war es immer wichtig, dass sie nicht nur wie eine Traumfrau wirkt, sondern vor allem sehr real. Herauszufinden, wie mir beides gleichzeitig gelingt, war eine echte Herausforderung.«

»Für uns als Paar war es großartig, dass ein anderes Paar die Geschichte inszenierte«, findet Paul Dano. »Val und Jon waren unsere Vorbilder, denn sie scheinen stets großartig zu harmonieren. Ihre Diskussionen über künstlerische Entscheidungen verliefen immer leidenschaftlich, aber sehr höflich. Daran wollten wir uns in unserer Zusammenarbeit unbedingt orientieren.«

»Die Geschichte ist intelligent, witzig, rührend. Das gefiel mir natürlich sehr«, sagt Antonio Banderas, der den Künstler-Freund von Calvins Mutter spielt. »Ich war wirklich erstaunt, dass das Drehbuch von einer so jungen Frau stammte – und sie auch noch selbst die Hauptrolle spielen würde. Ich liebe Menschen, die mit so viel Einsatz bei der Sache sind. Dass dann auch noch die Regisseure dabei waren, die einen so wunderschönen Film wie Little Miss Sunshine verantwortet hatten, machte die Sache nur noch interessanter.«

Ein weiterer Anreiz für Banderas war natürlich die Aussicht, erstmals mit Annette Bening vor der Kamera zu stehen. »Alles, was ich mir vorstellte, wurde bestätigt, und alles, was ich nur aus ihren Filmen kannte, konnte ich nun live sehen«, freut er sich. »Sie ist so verdammt gut und verschreibt sich ihrer Rolle mit enormer Hingabe.«

Für Chris Messina gab vor allem Kazan den Ausschlag bei Ruby Sparks mit dabei zu sein: »Ich kenne Zoe als Theaterschauspielerin aus New York und war schon lange ein großer Fan. Es hat mich umgehauen, dass dieses Drehbuch von ihr stammte, deswegen wollte ich sofort mitmachen. Ich finde es großartig, wie sie die einzelnen Ideen im Skript umsetzt.«

Eine große Rolle spielt auch die Musik im Film. Der unterschwellig romantische Score mischt sich perfekt mit den Bildern von Matthew Libatique, der 2010 den Oscar® für seine Arbeit bei ►Black Swan bekam. Auch gibt es zahlreiche Anspielungen auf eine gewisse Zuneigung zum Französischen. Nicht nur, dass Ruby zum Beweis von Calvins „Fähigkeiten“ plötzlich perfekt Französisch spricht, auch in der Verliebt-sein-Ausgeh-und-Spaß-haben-Collage wird zu den Bildern der Kult-Popsong ►„Ca plane pour moi“ von Plastic Bertrand aus dem Jahr 1978 gespielt.

Der Film spielt mit einem Wunschgedanken, den viele einsame Herzen haben. Wenn dann dieser Gedanke auch noch so gnadenlos umwerfend inseniert wird, kommt man aus dem Schwärmen nicht wieder heraus. Einer der Gründe ist natürlich die herausragende Besetzung. Den Film als Komödie zu betrachten ist vielleicht zuviel des Guten. Er ist, wie so oft, vielmehr ein vielschichtiges Drama mit witzigen Begebenheiten. Aber wem Little Miss Sunshine gefallen hat, der wird auch diesen Film mögen, und vielleicht auch anfangen zu schreiben… ■ mz

OT: Ruby Sparks
USA 2012
Drama
FSK: 6
101 min

mit
Paul Dano (Calvin Weir-Fields) Timmo Niesner
Zoe Kazan (Ruby Sparks) Janin Stenzel
Chris Messina (Harry)
Annette Bening (Gertrude) Traudel Haas
Antonio Banderas (Mort) Bernd Vollbrecht
Aasif Mandvi (Cyrus Modi) Stefan Krause
Steve Coogan (Langdon Tharp)
Toni Trucks (Susie)
Deborah Ann Woll (Lila)
Elliott Gould (Dr. Rosenthal) Helmut Krauss
Alia Shawkat (Mabel)
u.a.

drehbuch
Zoe Kazan

musik
Nick Urata

kamera
Matthew Libatique

regie
Jonathan Dayton
Valerie Faris

produktion
Fox Searchlight Pictures
Bona Fide Productions

verleih
20th Century Fox

Kinostart: 29. November 2012

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30.11.2012 | mz |
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