Mittwoch, 24. Juli 2019

Susan Sarandon und Geena Davis in Thelma & Louise
© MGM

Prometheus – Dunkle Zeichen

Starke Frauenfiguren und Heldinnen sind ein Markenzeichen vieler Filme von Ridley Scott. Das belegen etwa Sigourney Weaver in Alien, Geena Davis und Susan Sarandon in Thelma & Louise, Demi Moore in Die Akte Jane, Eva Green in Königreich der Himmel und Connie Nielsen in Gladiator. Diese Tradition setzt sich in Prometheus – Dunkle Zeichen mit zwei Protagonistinnen fort.

Noomi Rapace spielt Elizabeth Shaw, eine Wissenschaftlerin voller Zuversicht und Glauben, die sich in eine Kriegerin verwandelt, als sie am Ziel ihrer Expedition mit unerwarteten Gefahren konfrontiert wird. Und Charlize Theron verkörpert Vickers, eine Geschäftsfrau, die die Interessen des Megakonzerns vertritt, der diese Reise in eine weit entfernte, unheilvolle Welt finanziert.

Noomi Rapaces kraftvolles und verstörendes Spiel im Thriller Verblendung, dem ersten der drei schwedischen Verfilmungen von Stieg Larssons Millennium-Trilogie, erregte weltweite Aufmerksamkeit und auch das Interesse von Ridley Scott. »Noomi vereint eine selten zu findende Intelligenz und körperliche Präsenz«, schwärmt der Regisseur.

»Sie hat diese Rolle in Verblendung wirklich zu ihrer eigenen gemacht. Sie machte so großen Eindruck auf mich, dass ich beim ersten Treffen mit Noomi eine harte, abgebrühte Frau erwartete und dann auf eine reizende, liebenswerte und smarte Noomi traf. Diese großartige Mischung war ideal für ihre Darstellung von Shaw.«

Wenn man von Ridley Scott einen Anruf erhält, ist das für jeden Schauspieler ein Moment, der die Karriere prägen und verändern kann. Für Rapace war das nicht anders: »Nach meinem Treffen mit Ridley dachte ich, selbst wenn das mit der Zusammenarbeit bei Prometheus – Dunkle Zeichen am Ende nicht klappen würde, wäre ich glücklich, denn diese Stunde mit ihm würde man mir nicht mehr nehmen können.«

Es sollte sich herausstellen, dass Rapace noch wesentlich mehr Zeit mit Scott verbringen würde, denn nach Testaufnahmen, die der Regisseur und Kameramann Dariusz Wolski mit ihr drehten, gab Scott ihr die begehrte Rolle. »Wir drehten in einem Lagerraum für Panavision-Kameras, dem Produktionsdesigner Arthur Max einen industriellen Look und eine unheimliche Atmosphäre verpasst hatte«, erinnert sich der ausführende Produzent Michael Ellenberg. »Und Noomi war einfach fantastisch. Wir waren alle hingerissen von ihrer Wildheit, ihrer kraftvollen Darstellung und ihrer Leinwandpräsenz.«

Rapace sagt, dass Shaw weiblicher als Ripley ist: »Sie ist Wissenschaftlerin, eine Archäologin. Ich glaube, Ripley war von Anfang an sehr viel härter, weil sie allein war. Shaw beginnt die Reise, um mit Holloway zusammen zu sein. Sie liebt ihn. Sie sind ein Team und gehen gemeinsam auf diese Mission.«

Für die körperliche Darstellung ihrer Figur musste Rapace jedoch auch hart trainieren. »Für Verblendung hab ich sehr viel Kampfsport gemacht«, erinnert sie sich. »Ich lernte Kickboxen und Tae Bo, weil ich aggressiv sein wollte. Bei Prometheus – Dunkle Zeichen war es anders, diesmal hab ich mehr Lauftraining gemacht, um eher die Ausdauer zu trainieren als kurze, schnelle Krafteinsätze. Ich wollte wie ein Tier sein und habe meinen Körper so trainiert, dass er durchhält, damit ich lange Sessions machen kann.«

»Ich kann mich daran erinnern, wie es war, Thelma & Louise zu sehen, ich war so jung und ich dachte: ,Verdammt, was ist das denn?’ Ich hatte damals, mit zwölf oder so, noch nie etwas Derartiges gesehen. Ich finde Ridleys Arbeitsweise unglaublich. Er hat eine ganz klare Vision vor Augen und bleibt dabei trotzdem sehr offen«, schwärmt Rapace, die sehr froh darüber ist, eine solche Rolle bekommen zu haben.

»Vielleicht habe ich nur sehr viel Glück, denn obwohl die meisten der Drehbücher, die ich geschickt bekomme, nicht so toll sind, gibt es einige echte Perlen darunter, wirklich gute Geschichten mit starken Figuren. Vielleicht bin ich also nur verwöhnt. Aber ich glaube, es verändert sich auch langsam etwas. Es gibt immer mehr interessante Rollen für Frauen.«

Ganz andere Kräfte zeigt Meredith Vickers, eine Führungskraft von Weyland Industries, die an Bord der Prometheus die undurchschaubaren Interessen des Megakonzerns vertritt. Durch Charlize Theron veränderte sich die Rolle der Vickers. Sie bekam neue, faszinierende Seiten, wie Damon Lindelof ausführt:

»Zusammen entwickelten Charlize und ich eine Figur mit noch mehr Facetten. Vickers werden die Zuschauer mit großer Leidenschaft hassen, doch es gibt einige Momente, in denen wir sie verletzlich erleben und zu verstehen beginnen, wie und aus welchen Gründen sie so hart wurde und eine solche Söldnermentalität entwickelte. Das alles zusammen macht diese Figur zu einem interessanten Gegensatz zu Shaw.«

Theron fühlte sich von der Möglichkeit angezogen, die großen Themen des Films aus einer Perspektive zu erforschen, die sich von der der anderen Crewmitglieder völlig unterscheidet. »Für Vickers geht es bei dieser extrem weiten, zweijährigen Reise zu einer fremden Welt ausschließlich um Geld. Sie denkt gewinnorientiert«, beschreibt Theron ihre Figur. Aber auch bei ihren tatsächlichen Beweggründen gibt es Verborgenes und Geheimnisse zu entdecken.

»Sie ist ein Rätsel, und die Geheimnisse, die diese Frau umgeben, gefielen mir sehr. Vickers denkt und handelt ganz pragmatisch, will mit aller Macht die Kontrolle über jede Situation haben. So bekämpft sie alle, bis offenbar wird, dass sie andere Absichten verfolgt und etwas vor den anderen verbirgt.«

Zusammen mit dem Regisseur entwickelte Theron ihre Figur als nach außen hin kraftvolle Geschäftsfrau, die innerlich jedoch mit ihren Gefühlen hadern muss. »Ridley und ich sprachen viel über Menschen, speziell Frauen, die aus jenen Dynastien stammen, die von Männern, meist den Vätern, aufgebaut wurden. Es mag andere Söhne geben, doch irgendwie hat die Tochter die DNS des Vaters bekommen. Wir wollten, dass sie so etwas durchgemacht hat, was die Leute, die ich gesehen habe und kenne, reflektiert. Es gibt etwas sehr Interessantes an ihr, das sie, in der Art, in der sie spricht, fast herablassend und passiv-aggressiv wirken lässt.

Das ist kompliziert, denn man will nicht, dass die Zuschauer sowas wie „Irch“ sagen. Ich mochte das, denn das machte sie ein wenig interessanter als jemand, der komplett zuversichtig wäre und die ganze Zeit über die Kontrolle hätte…oder auch nicht. Ich wollte das nicht ins Extreme spielen. Ich wollte es auf die Art tun, dass sie die meiste Zeit über herablassend war und gleichzeitig passiv-aggressiv. Ich denke all das kommt aus einem schrecklichen Ort voller Unsicherheit und Verletzbarkeit.«

Als Vickers dann schließlich, der Situation entsprechend, den Flammenwerfer benutzen musste, konnte sie ihre Gefühle endlich herauslassen: »Ich mag all diese Situationen, denn dann kommt der wahre Charakter zum Vorschein. Das unveränderliche Schicksal des Menschen ist es, manchmal etwas vorzugeben, was man nicht ist. Wenn man in den Kern des Menschen vorstößt und all das abstreift, das ist dann für mich als Schauspieler das, was mir am meisten Spaß macht.« ■ mz | Quelle: 20th Century Fox

OT: Prometheus
USA 2012
Science Fiction/Thriller
FSK: 16
124 min
3D

mit
Noomi Rapace (Elizabeth Shaw) Vera Teltz
Michael Fassbender (David) Norman Matt
Charlize Theron (Meredith Vickers) Katrin Fröhlich
Idris Elba (Janek) Marco Kröger
Guy Pearce (Peter Weyland) Christian Rode
Logan Marshall-Green (Charlie Holloway) Björn Schalla
Sean Harris (Fifield) Martin Kautz
Rafe Spall (Millburn) Robin Kahnmeyer
Benedict Wong (Ravel) Jesco Wirthgen
Patrick Wilson (Shaws Vater) Alexander Doering
Kate Dickie (Ford)
Robin Atkin Downes (Schiffscomputerstimme)
u.a.

drehbuch
Jon Spaihts
Damon Lindelof

kamera
Dariusz Wolski

musik
Marc Streitenfeld

regie
Ridley Scott

produktion
Brandywine Productions
Dune Entertainment
Scott Free Productions

verleih
20th Century Fox

Kinostart: 9. August 2012

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11.08.2012 | mz |
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