Mittwoch, 24. Juli 2019

Eddie Murphy als Jack McCall
© Bruce McBroom/DW Studios LLC

Trailer | IMDb | Filmseite

Der wahnsinnig geschwätzige Literaturagent Jack McCall hat nicht nur eine flinke Zunge, sondern nimmt es auch mit der Wahrheit nicht immer so genau. Um neue Geschäfte abzuschließen, schreckt er nicht davor zurück seine potentiellen Kunden regelrecht an die Wand zu quatschen und diese mit leeren Worten über den Tisch zu ziehen.

Als der egozentrische Literaturagent dann allerdings seine dubiose, aber bisher erfolg- und wortreiche Masche an New-Age-Guru Dr. Sinja praktiziert, sprießt plötzlich in Jacks Garten ein magischer Baum, der bei jedem Wort, das Jack spricht, ein Blatt verliert. Mit großem Schrecken wird Jack nach und nach klar, dass mit dem letzten Blatt nicht nur der Baum, sondern auch er das Zeitliche segnen wird.

Jack McCall war noch nie um Worte verlegen, doch jetzt muss er seine flinke Zunge im Zaum halten und auf andere, mitunter zum Schreien komische Weise kommunizieren, oder er ist erledigt. Mit den 1000 Blättern des Baumes bleiben ihm gerade noch 1000 Worte! er sollte sich also gut überlegen, was er sagt…

Mit Noch tausend Worte schuf Regisseur und Produzent Brian Robbins, der für erfolgreiche Serien wie Smallville verantwortlich zeichnet, eine unterhaltsame Geschichte für die ganze Familie. Nun ja, vielleicht nicht gerade was für die Jüngsten. Dafür ist das Thema zu erwachsen, auch wenn die Freigabe ohne Altersbeschränkung greift.

Im Prinzip passt der Film zum parallel startenden Selbstfindungsdrama ►Dein Weg, hat hier Eddie Murphy doch einen ähnlichen Trip vor sich, um sich selbst und seiner Umgebung klar zu werden. Sprüche klopfen ist halt nicht alles, wie es Jack McCall in dem Film erfährt. Für den frisch gebackenen Vater, der mit seiner neuen Familie immernoch in seiner nicht kindertauglichen Junggesellenvilla wohnt, steht eine harte Zeit bevor, denn seine Frau ist skeptisch, dass Jack es mit der Familie ernst meint.

Für Jack ist ein jeder Buchinhalt schnell erklärt – die ersten und die letzten Seiten erzählen alles, worauf es ankommt. Als ere jedoch das Buch von Dr. Sinja endlich in die Finger bekommt, kann er seinen Augen nicht trauen, hat es doch nur 5 Seiten! Das könnte das Aus für seine Karriere bedeuten!

Und genau zu der Zeit, in der sich alles im beruflichen, wie auch im privaten Leben zuspitzt, tritt da dieser Zauberbaum in sein Leben, der ihm ein Ultimatum stellt. Doch wie das in Hollywood so ist, hat Jack MacCall das Problem im Prinzip schon gelöst: Auf den ersten 5 Seiten entstehen die Konflikte, auf den letzten 5 Seiten werden sie gelöst.

Das ist alles sehr einfach gehalten, damit die Formel aufgeht. Solche Filme hatte man schon zur Genüge, denke man zuletzt an Jim Carrey als Der Ja-Sager. Der Konflikt entsteht, wird in kunterbunt witzigen Szenarien ausgeweitet, bis dem Betroffenen eine Lichtlein angeht und er die Lösung für sein Problem findet.

Noch tausend Worte ist sozusagen eine leicht esoterische Variation des Themas, die zwar gut unterhält, aber nichts Neues preisgibt. Der Film ist keineswegs langweilig und wechselt im Laufe der Handlung die Grundstimmung. Während in der ersten Hälfte noch Klamauk im Vordergrund steht, geht es in der zweiten Hälfte schon eher ernsterer zur Sache. Eddie Murphy zeigt sich von seiner üblichen Seite mit all seinen Grimassen, Büro-Junge Clark Duke milchbubt sich nach oben, Kerry Washington zetert sich den Mann zurecht und Cliff Curtis lässt all seinen Charme spielen, um zu zeigen, dass er auch eine weiche Seite an sich hat. Das ist alles souverän gespieltes Komödienmittelmaß, nichts weiter. ■ mz

OT: A thousand Words
USA 2012
Komödie/Drama
FSK: 0
92 min

mit
Eddie Murphy (Jack McCall) Dennis Schmidt-Foß
Kerry Washington (Caroline McCall)
Clark Duke (Aaron Wiseberger)
Cliff Curtis (Dr. Sinja)
Allison Janney (Samantha Davis)
Ruby Dee (Annie McCall)
Kayla Blake (Emily) Dana Friedrich
Jack McBrayer (Starbuck’s Barista)
u.a.

musik
John Debney

kamera
Clark Mathis

drehbuch
Steve Koren

regie
Brian Robbins

produktion
DreamWorks SKG
Saturn Films
Varsity Pictures

verleih
Paramount

Kinostart: 21. Juni 2012

20.06.2012 | mz |
Kategorien: ohne