Montag, 19. August 2019

Markus (François Damiens)
© Concorde

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► Interview mit David und Stéphane Foenkinos

Für alle Frauen, die nicht so unbedingt auf Action stehen, bietet sich eine Alternative zum Blockbuster ►Battleship. Während ER sich im Kinosaal 1 das Gehirn ausblasen lässt, kann SIE sich im kleineren Saal von einer amüsant-romantischen Dramödie unterhalten lassen. Nathalie küsst heißt diese Geschichte über die Einzigartigkeit der Liebe.

Das Drehbuch entstand nach David Foenkinos’ gleichnamigem Roman, der alleine in Frankreich bereits über 800.000 Mal verkauft wurde und anschließend auch in Deutschland zum Bestseller avancierte. Der Roman wurde mit zehn Literaturpreisen ausgezeichnet und erschien in 21 Sprachen.

,Bitte lass’ sie Aprikosensaft bestellen, dann spreche ich sie an’, denkt François, als er Nathalie zum ersten Mal in einem Café sieht. Als sie beim Kellner einen Café ordert, will er gehen. Nathalie aber überlegt es sich anders: „Einen Saft bitte, Aprikose!“ Es beginnt eine große Liebesgeschichte, wie sie glücklicher und romantischer nicht sein könnte.

Zwar haben beide nicht viel Geld (Nathalie sucht einen Job und verkauft in der Zwischenzeit Programmhefte in einem Theater), doch sie sind jung, sie haben einander und sie leben in Paris, der Stadt der Liebe. Schon bald macht François seiner Traumfrau einen Heiratsantrag, und als Nathalie auch noch eine Stelle in einem erfolgreichen schwedischen Unternehmen bekommt, scheint das Glück vollkommen.

Doch von einer Sekunde auf die andere ist alles anders. François verlässt das Haus, um joggen zu gehen, während Nathalie gemütlich auf dem Sofa einschläft. Ein Anruf weckt sie und katapultiert sie in ein anderes Leben. Ihr Mann hatte einen Unfall und liegt lebensgefährlich verletzt in einer Klinik. Er stirbt, ohne dass sie sich von ihm verabschieden konnte. Ihr Lebensglück zerplatzt wie eine Seifenblase.

Es ist schwer für Nathalie, nach diesem Schicksalsschlag in den normalen Alltag zurück zu finden. Sie vergräbt sich, nimmt dann aber wieder ihre Arbeit auf und stürzt sich regelrecht hinein, um sich abzulenken. Doch sie bleibt verschlossen und kann sich in nur ihrer Freundin Sophie anvertrauen. Diese bedrängt sie, unter Menschen zu gehen, der Liebe wieder eine Chance zu geben, doch Nathalie kann sich das nicht vorstellen.

In ihrer Firma macht sie Karriere, wird von ihrem Chef Charles zur Teamleiterin befördert. Charles, der schon lange für seine schöne Angestellte schwärmt, führt Nathalie daraufhin hoffnungsvoll zum Abendessen in ein schickes Restaurant aus. Und erhält eine klare Abfuhr: Nathalie sieht ihn als Freund, sonst nichts! Eine herbe Enttäuschung für den attraktiven Mann, der das Nein einer Frau schwer ertragen kann.

Eines Tages passiert etwas, womit Nathalie nie gerechnet hätte und was sie im nachhinein auch nicht begreifen kann: Der Schwede Markus (wieder eine herrliche Darbietung: François Damiens, bekannt aus ►Der Auftragslover und ►Nichts zu verzollen), der unauffälligste ihrer Mitarbeiter, kommt wegen einer Frage in ihr Büro. Nathalie geht ihm entgegen, fällt ihm um den Hals und küsst ihn leidenschaftlich.

Markus, der nicht gerade von der Aufmerksamkeit der Frauen verwöhnt ist, weiß nicht, wie ihm geschieht und schwebt auf Wolke Sieben. Am nächsten Tag will Nathalie allerdings nichts mehr von dem Vorfall wissen. Aber der euphorisierte Markus lässt sich nicht so leicht abweisen und fordert eine Erklärung.

Schließlich lädt er sie zum Essen ein. Nathalie revanchiert sich mit einer Einladung ins Theater. Zaghaft und vorsichtig gehen die beiden aufeinander zu. Doch einem Schritt nach vorne, folgen zwei zurück. Denn Markus packt die Panik, als er merkt, wie stark seine Gefühle für Nathalie sind.

Er kann sich nicht vorstellen, warum sie ausgerechnet ihn lieben sollte und beschließt, ihr so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen – um sich zu schützen. Das will Nathalie nicht akzeptieren. Markus bringt sie zum Lachen, zum ersten Mal nach langer Zeit, und sie spürt, dass irgendetwas an diesem Mann ist, das ihr gut tut…

David Foenkino inszenierte zusammen mit seinem Bruder Stéphane sein Katz-und-Maus-Spiel um die Liebe mit liebenswürdigen und innerlich schön verschrobenen Figuren, die von ebensolchen Schauspielern ideal verkörpert werden. Es ist ein Herz zererreißender, aber auch -erwärmender Film, der sich hauptsächlich an ein weibliches Publikum richtet. Und die Moral von der Geschicht’: Mit Stöpsel in den Ohren joggt man nicht! und: Die Liebe kann einen manchmal auch überraschen. ■ mz

OT: La Délicatesse
F 2011
Komödie
FSK: 0
109 min

mit
Audrey Tautou (Nathalie Kerr) Elisabeth von Koch
François Damiens (Markus Lundl)
Bruno Todeschini (Charles)
Mélanie Bernier (Chloé)
Joséphine de Meaux (Sophie)
Pio Marmaï (François)
Marc Citti (Pierre)
Alexandre Pavloff (Benoît)
u.a.

musik
Emilie Simon

kamera
Rémy Chevrin

drehbuch
David Foenkinos (nach dessen gleichnamigen Roman)

regie
David Foenkinos
Stéphane Foenkinos

produktion
2.4.7. Films
France 2 Cinéma
StudioCanal
Canal+
Ciné+
Banque Postale Image 4
Palatine Étoile 8
Panache Productions
La Compagnie Cinématographique Européenne

verleih
Concorde

Kinostart: 12. April 2012

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10.04.2012 | mz |
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