Freitag, 23. August 2019

Isabelle Huppert, Benoît Poelvoorde
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Agathe wohnt mit ihrem Lebensgefährten François und dem gemeinsamen Sohn in einem schicken Appartement gegenüber vom Jardin du Luxembourg, dem früher königlichen, heute staatlichen Schlosspark. Patrick lebt allein mit seinem Sohn in einem Lieferwagen. Sie ist eine renommierte Galeristin, Chefin einer angesehenen Sammlung moderner Kunst. Er lebt von Gelegenheitsarbeiten und der Wohlfahrt.

Sie hat sieben Jahre lang an der Universität studiert. Er ist fast sieben Jahre lang hinter Gittern gesessen. Sie steht mit dem Kultusministerium auf du und du. Er ist jedem alkoholischen Getränk zugeneigt, dessen er habhaft werden kann. Sie genießt intellektuelle Debatten. Er liebt gelegentlichen Sex mit vollbusigen Bettgenossinnen.

Sie leben in zwei verschieden Welten und können den Anblick des jeweils anderen nicht ertragen. Sie hätten sich eigentlich nie treffen sollen, aber sie haben beide heranwachsende Söhne, die trotz unterschiedlichster Herkunft die besten Freunde sind. Und so kommen sich auch die Erwachsenen über alle gesellschaftlichen Schranken hinweg näher – näher als sie es eigentlich wollten.

In ihrer neuesten Komödie Mein liebster Alptraum führt die geborene Luxemburgerin Anne Fontaine was so alles passieren kann, wenn in einer langjährigen Beziehung die Gefühle erloschen sind und die Partner sich entschließen, ihr Liebesleben etwas „aufzupeppen”.

Drei der bekanntesten und beliebtesten französischen Schauspieler, Isabelle Huppert, Benoît „Ich bin Belgier!“ Poelvoorde und André Dussollier, hat die ehemalige Tänzerin und Schauspielerin zu diesem Zweck vor der Kamera versammelt. Geistreich, humorvoll, schlagfertig und hintersinnig liefern sie sich etwas andere Szenen einer Beziehung – und das mit höchst überraschendem Ausgang.

Als reine Komödie kann man den Film nicht bezeichnen, eher als eine Mischung aus Ehe- und Sozialdrama mit komischen Dialogen und Begebenheiten. Dass Anne Fontaine dieser Spagat einigermaßen gelingt, hängt natürlich von ihrer Erfahrung als Drehbuchautorin und Regisseurin ab, als auch mit ihrer bereits erfolgten Zusammenarbeit mit Benoît Poelvoorde in Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft.

Wer also eine reine Schenkelklopfkomödie im Stile von Willkommen bei den Sch’tis erwartet, den muss ich enttäuschen. Der Humor ist hier eher sarkastisch, gesellschaftskritisch. Interessant ist auf jeden Fall die Veränderung, die die Hauptfiguren im Laufe des Films vollziehen. Die kalte, zynische Geschäftsfrau und der handwerklich begabte Proll und Partymensch geben einander ein Stelldichein, bis Sie sich immer mehr gehen lässt und Er ein wenig mehr Verantwortung übernimmt.

Schadenfreudig lustig ist die Parallelgeschichte von François und Julie – der ältere Kultivierte und die viel jüngere Bohèmienne. Aber das war es auch schon. Mein liebster Alptraum ist ein unterhaltsamer Wettkampf der Geschlechter und Gesellschaftsklassen und zeigt auf, dass diese trotz ihrer Unterschiede letztenendes doch miteinander auskommen können. ■ mz


OT: Mon pire cauchemar
F 2011
Komödie
FSK: 12
104 min

mit
Isabelle Huppert (Agathe) Susanna Bonaséwicz
Benoît Poelvoorde (Patrick) Frank Röth
André Dussollier (François) Wolfgang Condrus
Virginie Efira (Julie)
Corentin Devroey (Tony)
Donatien Suner (Adrien)
u.a.

musik
Bruno Coulais

kamera
Jean-Marc Fabre

drehbuch
Anne Fontaine
Nicolas Mercier

regie
Anne Fontaine

produktion
Ciné@
Maison de Cinema
F.B. Productions
Pathé
M6 Films
Entre Chien et Loup
Artémis Productions
Radio Télévision Belge Francophone
Belgacom
Canal+
Ciné
M6
Tax Shelter Film Funding
Casa Kafka Pictures
Casa Kafka Pictures Movie Tax Shelter Empowered by Dexia

verleih
Concorde

24.01.2012 | mz |
Kategorien: ohne