Montag, 17. Juni 2019

Natasha Romanoff/Black Widow (Scarlett Johansson)
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IMDb
Marvel’s The Avengers (3D)
► Interview mit Robert Downey jr.

Die am 22. November 1984 in New York geborene Scarlett Ingrid Johansson hatte ihre Karriere mit Rollen in Rob Reiners North – Eltern nein danke! mit Elijah Wood, dem Thriller Im Sumpf des Verbrechens mit Sean Connery sowie Manny & Lo, wofür sie bereits im Alter von zehn Jahren für den Independent Spirit Award nominiert wurde. Ihren Einstand als Schauspielerin hatte die gebürtige New Yorkerin an der Seite von Ethan Hawke in der Off-Broadway-Inszenierung des Stücks „Sophistry“.

Schon in ihren jungen Jahren wurde Scarlett Johansson nicht nur mit dem BAFTA ausgezeichnet, sondern bereits viermal für den Golden Globe nominiert. Auch jenseits der Leinwand feiert sie Erfolge und wurde etwa für ihr Broadway-Debüt an der Seite von Liev Schreiber in einer Neuinszenierung von Arthur Millers „A View From the Bridge“ gerade erst mit einem Tony prämiert.

Der internationale Durchbruch war der Schauspielerin bereits im Alter von 12 Jahren mit der Darstellung eines traumatisierten Mädchens in Robert Redfords Der Pferdeflüsterer gelungen. Es folgten Rollen in Terry Zwigoffs Ghost World, wofür sie vom Kritikerverband in Toronto als Beste Nebendarstellerin geehrt wurde, sowie in The Man who wasn’t there von den Coen-Brüdern.

Für ihre Hauptrolle in Sofia Coppolas gefeierter Regiearbeit Lost in Translation mit Bill Murray bekam Johansson hymnische Kritiken sowie den Preis als Beste Darstellerin beim Filmfestival von Venedig. Anschließend sah man sie in so unterschiedlichen Filmen wie der Erfolgskomödie Er steht einfach nicht auf Dich, Die Schwester der Königin mit Natalie Portman und in Woody Allens drei europäischen Exkursionen Match Point, Scoop – der Knüller sowie Vicky Cristina Barcelona.

2009 veröffentliche Johansson mit „Break up“ ihr zweites Album als Sängerin, für das sie eine Reihe Duette mit Pete Yorn aufnahm. Zuvor war bereits „Anywhere I lay my Head“ erschienen, auf dem neben allerlei Coverversionen von Tom-Waits-Songs auch ein eigener Song zu finden war.

Im Kino sah man sie zuletzt als Black Widow in Iron Man 2 mit Robert Downey jr. sowie neben Matt Damon in Cameron Crowes Familienfilm Wir kaufen einen Zoo, der kommende Woche in die dutschen Kinos kommt. Außerdem hat sie gerade die Arbeit an Under the Skin von Jonathan Glazer beendet. Derzeit steht sie als Janet Leigh in Hitchcock vor der Kamera – ein Film über die Dreharbeiten zu Psycho mit Anthony Hopkins in der Titelrolle.

Warum mögen Sie die Black Widow so gerne?

Mir gefällt, dass für sie Professionalität an erster Stelle steht. Verglichen mit beispielsweise Captain America bewegt sie sich eher in einer Grauzone, denn ihr fehlt die patriotische Motivation. Letztlich kämpft sie den Kampf der Guten, trotz ihrer dunklen Vergangenheit. Aber sie verschreibt sich der Sache, weil sie es muss, und in erster Linie ist es ihr Pflichtbewusstsein, das sie antreibt. In dieser Hinsicht ist sie ziemlich militärisch, und nach den gleichen Maßstäben unterscheidet sie auch Gut und Böse.

Wie unterscheidet sich Ihr Look im Vergleich zu Iron Man 2?

Das Kostüm der Black Widow ist mehr oder weniger das gleiche wie damals. Aber dieses Mal habe ich zwei Pistolen statt nur einer, und sie kommen auch zum Einsatz. Es hat Spaß gemacht, diese Waffen zu haben und sie auch tatsächlich zu benutzen. Meine Frisur ist dieses Mal allerdings eine andere. Ich hatte kurze Haare, als die Dreharbeiten begannen, und mag als Schauspielerin mein Naturhaar immer lieber als Perücken. Es sieht besser aus und bewegt sich auch besser.

Es brauchte jede Menge Überredungskünste und viele Tests, bis unser Regisseur Joss Whedon auch davon überzeugt war. Am Ende mochte er den Noir-Look meiner Frisur aber sogar sehr. Viele seiner Dialoge sind ja vom Film noir inspiriert, und das gleiche gilt für seine Art des Inszenierens. Deswegen passen meine Haare eigentlich gut in sein Konzept für den Film. Ich hoffe also auch, dass die Zuschauer die neue Frisur akzeptieren und kein Problem damit haben, dass ich ein kleines bisschen anders aussehe als beim ersten Mal.

Haben Sie mit Whedon auch darüber gesprochen, wie Black Widow in den Comics aussieht?

Es gibt so viele unterschiedliche Versionen der Black Widow, von den Fanzeichnungen bis hin zu den futuristisch angehauchten Sechziger-Jahre-Comics. Im Laufe der Zeit wurde ihr Look immer zweckmäßiger, wozu wieder eine Menge verschiedener Kostüme und Frisuren gehörten. Manche waren eher sexy, andere fast übertrieben auffällig und wieder andere eher düster und alles andere als gelackt. Meiner Ansicht nach ist mein Look im Film nun eine Kombination aus all diesen früheren Varianten.

Ohne Frage wird Black Widow in Marvel’s The Avengers ordentlich vermöbelt und langt auch selbst alles andere als zimperlich zu. Gleichzeitig hat sie natürlich aber auch eine gewisse Sexiness. Doch darum hat sich Joss nicht sonderlich gekümmert. Das ergab sich eher zwangsläufig angesichts des hautengen Kostüms. Der Sex-Appeal und die düstere Seite dieser Figur haben sich eben noch nie ausgeschlossen. Letztlich würde ich sagen, dass ihr gesamter Look in unserem Film eine Mischung verschiedener Elemente ist, die man aus den „The Avengers“- und „The Ultimates“-Comics sowie Iron Man 2 kennt.

Mussten Sie für den Film neue Kampfstile lernen?

Wir haben uns auf jeden Fall mit der chinesischen Martial-Arts-Kunst Wushu beschäftigt. Außerdem kommen in diesem Film sehr viel mehr und andere Waffen vor als in Iron Man 2, mit denen ich auch lernen musste, umzugehen. Das war nicht immer ganz unkompliziert, vor allem, als es darum ging, mit dem Stab zu kämpfen. Anfangs lernte ich diese Kämpfe mit einer Art Styroporstange und hatte große Schwierigkeiten, die Bewegungsabläufe in meinen Kopf zu kriegen.

Als ich das dann drauf hatte, bekam ich den echten Stab in die Hand. Der war in der Handhabung natürlich vollkommen anders. Nicht nur sehr viel gefährlicher, sondern auch unhandlicher. Aber je mehr ich trainierte, desto einfacher wurde die Sache und desto besser wusste ich, was ich mit dem Ding machen muss.

Doch Black Widow kann auch ganz anders – und sei es auch nur mit dem Griff ihrer Pistole, von dem sie auch immer wieder Gebrauch macht. Als ich zum ersten Mal begriff, was unser Stuntteam im Sinn hatte, glaubte ich, ich würde das nie lernen. Aber natürlich klappte es dann doch. Es brauchte nur eben allerlei Fehlversuche, bis ich soweit war. Und diese Fehlversuche haben verdammt weh getan.

Aber wir haben nicht nur Neues ausprobiert, denn es war auch wichtig, bestimmte Kampfstile zu integrieren, die das Publikum schon kannte. Deswegen sind im Film auch viele Stellungen und Posen zu sehen, die man von Black Widow bereits in Iron Man 2 gesehen hat. Das hilft dabei, eine Beziehung zwischen den Zuschauern und der Figur zu etablieren.

Wie werden die Zuschauer Ihrer Meinung nach auf die Figuren reagieren?

Die Dialoge, die ja ebenfalls von Joss Whedon stammen, sind unglaublich witzig, trocken und clever, und es besteht kein Zweifel, dass er jeder Figur eine eigene Persönlichkeit verpasst hat. Es lassen sich immer wieder kleine „Whedonismen“ entdecken. Das Drehbuch wimmelt vor popkulturellen Anspielungen und in jeder Figur steckt eine Menge Herz. Wenn sie verletzt werden, fühlen wir mit jeder von ihnen mit.

Es geht in der Geschichte um Betrug, Verrat und Verdächtigungen. Das sind echte Gefühle, zu denen das Publikum genauso sehr einen Bezug haben wird wie das bei Iron Man, Thor oder Captain America der Fall war. Trotz ihrer übermenschlichen Fähigkeiten sind all die Figuren eben doch ausgesprochen menschlich. Und Joss hat als langjähriger Comicfan dafür Sorge getragen, dass genau das nicht untergeht.

Wie fügt sich Black Widow im Film eigentlich in das Team von S.H.I.E.L.D. ein?

Zu Beginn des Films ist sie gerade auf einer Mission in Russland und kümmert sich dort um ihre Geschäfte. Aber dann bittet Nick Fury, der Leiter von S.H.I.E.L.D., um ihre Hilfe. Für sie ist dieser neue Auftrag eigentlich ein Job wie jeder andere auch. Sie ist es letztlich, die für die Zusammenstellung des Teams verantwortlich ist, dabei weiß sie eigentlich gar nicht so viel über die Welt der Superhelden. Denn sie und Hawkeye sind ja schließlich normale Menschen, die eben nur einige gesteigerte Fähigkeiten haben. Sie sind nicht unbedingt darauf vorbereitet, sich mit Magie oder Außerirdischen auseinanderzusetzen. Wie man am besten gegen solche übernatürlichen Mächte kämpft, wissen sie nicht wirklich. Aber sie kämpfen bis zu ihrem letzten Atemzug, wenn es darum geht, ihre Mission zu erfüllen.

Wird das Publikum die Geschichte vor allem durch die Augen von Hawkeye und Black Widow sehen, weil die beiden echte Menschen sind?

Bis zum einem gewissen Grad bestimmt. Aber ich kann versichern, dass Joss allen Figuren sehr menschliche Züge und Gefühle verpasst hat. Ihm war es ganz wichtig, jeden von ihnen so glaubhaft wie möglich zu gestalten. Die Zuschauer werden mit Bruce Banners Schmerz und Selbsthass genauso mitfühlen wie mit Thors Liebe zu seinem Bruder Loki und dessen Verrat. Unser Film beschäftigt sich mit den Motiven und Hintergründen aller Helden, damit das Publikum einen Bezug zu ihnen bekommt.

Was erfahren wir denn über die Vergangenheit von Black Widow und Hawkeye?

Die beiden arbeiten, nach meinem Verständnis, schon seit langer Zeit zusammen. Davon bekommen wir dank ihrer Gespräche über gemeinsame Erlebnisse ein Gespür. Und man erkennt es auch an ihrem Kampfstil, wenn sie gemeinsam in die Schlacht ziehen. Da sind sie enorm eingespielt. Wie diese beiden Seite an Seite kämpfen, fast wie in einem Ballett – das fand ich besonders cool.

Wie ist denn Jeremy Renner so als Hawkeye?

Jeremy entdeckt selbst erst im Laufe des Films, wer Hawkeye wirklich ist. Seine Figur wird in Marvel’s The Avengers ähnlich eingeführt wie damals Black Widow in Iron Man 2. Wirklich viel weiß man über ihn und seine Herkunft nicht. Lediglich, dass er für S.H.I.E.L.D. arbeitet und dort ein hochqualifizierter Agent ist.

Als Schauspieler ist Jeremy jemand, der seinen Figuren eine ironische, grüblerische und sarkastische Note verleiht, so nach dem Motto „nach mir die Sinnflut“. Genau dieser Teil seiner Persönlichkeit kommt nun auch in seiner Rolle durch. Ihn als Hawkeye zu besetzen, war unglaublich clever, denn man ist sich bei ihm nie sicher, ob er nun wirklich seinen Auftrag erfüllt oder doch noch die Seiten wechselt. Jeremy spielt diese unberechenbare Skrupellosigkeit großartig, deswegen macht es so Spaß, ihm zuzusehen.

Welches Verhältnis hat Black Widow zu Tony Stark in Marvel’s The Avengers?

Die beiden haben in diesem Film nicht so viel miteinander zu tun. Es gibt natürlich ein paar Begegnungen zwischen den beiden, aber die meiste Zeit bewegen wir uns in unterschiedlichen Welten. Black Widow ist ein fester Bestandteil von S.H.I.E.L.D., während Tony von außen zu der Gruppe stößt. Er hat mehr gemeinsam mit den anderen Superhelden, die nach und nach dazu stoßen, weniger mit ihr. ■ mz | Quelle: Disney

OT: Marvel’s The Avengers
USA 2012
Action/Fantasy
FSK: 12
142 min

mit
Chris Hemsworth (Thor) Tommy Morgenstern
Scarlett Johansson (Natasha Romanoff/Black Widow) Luise Helm
Robert Downey jr. (Tony Stark/Iron Man) Tobias Meister
Chris Evans (Steve Rogers/Captain America) Dennis Schmidt-Foß
Samuel L. Jackson (Nick Fury) Engelbert von Nordhausen
Mark Ruffalo (Bruce Banner/Hulk) Norman Matt
Tom Hiddleston (Loki) Peter Lontzek
Clark Gregg (Agent Phil Coulson) Till Hagen
Jeremy Renner (Clint Barton/Hawkeye)
Cobie Smulders (Agent Maria Hill)
Stellan Skarsgård (Selvig)
Gwyneth Paltrow (Pepper Potts)
Paul Bettany (Jarvis’ Stimme)
Alexis Denisof (Der Andere)
Harry Dean Stanton (Wachmann)
Enver Gjokaj (junger Polizist)
u.a.

musik
Alan Silvestri

kamera
Seamus McGarvey

drehbuch
Joss Whedon
Zak Penn
basierend auf den Comics von Stan Lee und Jack Kirby

regie
Joss Whedon

produktion
Marvel Enterprises
Marvel Studios

verleih
Disney

Kinostart: 26. April 2012

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28.04.2012 | mz |
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