Dienstag, 23. Juli 2019

Frank (Elijah Wood) ist sich selber fremd
© Ascot Elite

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Frank lebt zurückgezogen und einsam in Downtown Los Angeles. Ganz allein betreibt er einen Laden, den er von seiner verstorbenen Mutter geerbt hat, in dem er Schaufensterpuppen restauriert. Nachts zieht er durch die Straßen und macht Jagd auf Frauen, die er tötet, skalpiert und entkleidet. Mit diesen Trophäen schmückt er zu Hause seine Puppen. Dadurch, so glaubt er, haucht er ihnen Leben ein. Aufgewachsen mit einer promiskuitiven Mutter, die ihn immer vernachlässigt hat, hofft Frank, nun seine innere Leere füllen zu können.

Eines Tages taucht die junge Künstlerin Anna in seinem Laden auf. Fasziniert von den Schaufensterpuppen bittet sie, diese fotografieren zu dürfen, und kommt mit Frank ins Gespräch. Natürlich hat Anna keine Ahnung, mit wem sie da gerade Freundschaft schließt…

Das düstere Update des Slasher-Klassikers von William Lustig aus dem Jahr 1980 kommt vielleicht nicht ganz so rüber, wie es sich Produzent Alexandre Aja vorgestellt hat. Okay, für ihn möglicherweise, aber für die „verwöhnten“ Fans nicht so ganz. Er fängt ja ganz „nett“ an. Zunächst muss man sich an den elektronisch-poppigen Soundtrack des Franzosen Robin Coudert, der unter seinem Pseudonymkürzel Rob aufgeführt wird, gewöhnen – ganz klassisch und passend für das nächtliche Szenario. Rob hat neben seinen Filmkompositionen u.a. auch 3 Titel für Alizée geschrieben und kommt aus der Szene um die Gruppe Phoenix („Run run run“) oder Sébastien Tellier, der Elektromusiker, der u.a. zu den Soundtracks von Lost in Translation und Narco beigesteuert hat.

Es geht auch alsbald los mit dem Skalpieren, das ziemlich brutal und detailliert aufgezeigt wird. Zur Erleichterung der Zuschauer wird dies nach dem dritten Mal nicht mehr ganz so explizit gezeigt. Leider hält sich der Film zu sehr ans Original (außer dass die Fotografin hier blond ist). Etwas mehr Tiefgang hätte dem Drehbuch gut getan. Die ganze Geschichte ist simpel gestrickt. Selten gibt es Überraschungen (wenn überhaupt), auch die Hauptfigur wirkt eher eindimensional, was vermutlich der veränderten Sichtweise der Kamera zuzuschreiben ist.

Elijah Wood hatte ja bereits in Sin City eine ähnlich brutale Rolle, die bei den Fans Begeisterungsstürme auslöste. Diese kann er diesmal jedoch nicht losreißen. Er selbst ist nur selten in Spiegelbildern zu sehen, da der Film aus seinem Blickwinkel erzählt wird – vermutlich der größte Fehler des Projekts. Daher agieren nur die Nebenfiguren, alles steht und fällt mit der Kameraarbeit. Diese ist zwar souverän, doch der Film bleibt trotzdem irgendwie unspannend. Brutal, aber unspannend.

─ Das Original ─

William Lustig, geboren 1955 in New York, inszenierte zu Beginn seiner Karriere unter dem Pseudonym Billy Bagg Pornofilme. Von Oktober 1979 bis Januar 1980 drehte er in New York City auf 16-Millimeter-Film die Low-Budget-Produktion Maniac. Hauptdarsteller Joe Spinell, geboren 1936 in New York und bekannt aus den ersten beiden Teilen von Francis Ford Coppolas Der Pate, schrieb mit C.A. Rosenberg auch das Drehbuch.

Im Mittelpunkt steht der schizophrene Serienmörder Frank, der unerkannt in New York lebt. Er tötet, skalpiert und entkleidet junge Frauen, um mit ihren Skalps und Kleidern die Schaufensterpuppen in seiner heruntergekommenen Mietwohnung zu dekorieren. Sie dienen ihm als Ersatz für seine verstorbene Mutter, eine gewalttätige Prostituierte.

Eines Tages macht die Modefotografin Anna im Park ein Bild von ihm. Er ermittelt ihre Adresse, besucht sie zu Hause und gibt sich als Künstler aus. Statt sie zu töten, verliebt er sich in sie. Doch am Grab seiner Mutter verliert er die Nerven und versucht, Anna zu töten. Sie kann entkommen. Jetzt nehmen Franks Wahnvorstellungen ungeahnte Dimensionen an.

Die Kamera führte Robert Lindsay, die Make-Up-Effekte stammten von Tom Savini (Freitag, der 13.), für seine gewaltpornographischen Mordszenen ließ sich Lustig von Genregrößen wie Dario Argento und Mario Bava inspirieren. Der amerikanische Kritiker Gene Siskel erklärte in der Fernsehsendung Sneak Previews, er habe vorzeitig das Kino verlassen müssen, weil ihn die realistischen Morde so entsetzt und angewidert hätten. Andere Kritiker bewerteten den Film positiver und nannten ihn einen „Klassiker, der aufgrund der harten Effekte oftmals missverstanden wurde“.

Maniac wurde auf dem Cannes Film Festival 1980 uraufgeführt und kam am 26. Dezember 1980 in die US-Kinos, wo er sechs Millionen Dollar einspielte. Weitere vier Millionen Dollar kamen aus anderen Ländern und machten William Lustig zu einem finanziell unabhängigen Filmemacher. In Deutschland kam der von der Presse als Skandal betitelte Film bereits am 14. November 1980 in die Kinos, wurde aber 1983 beschlagnahmt und steht momentan bis 2035 auf dem Index.

Autor und Hauptdarsteller Joe Spinell starb 1989 in New York, Regisseur Lustig drehte ab 1988 noch den Horrorfilm Maniac Cop und dessen zwei Fortsetzungen. Seit 1999 ist er fast nur noch als ausführender Produzent für Dokumentationen über die Filmbranche tätig. Zudem leitet er das DVD-Unternehmen Blue Underground.

Wer sich für Filmgeschichte interessiert, kann sich ja die Neuverfilmung des Franzosen Franck Khalfoun, der in Miami lebt, informativ ansehen. Horrorfans sollten sich den Film eher nicht antun oder ihn eventuell später auf DVD ansehen. Auch wenn er ungeschnitten in die deutschen Kinos kommt, muss man sich nicht im Kino ärgern. Zuhause kann man ja dann auch zur Not vorspulen… ■ mz

OT: Maniac
USA/F 2012
Krimi/Horror
FSK: keine Jugendfreigabe
93 min

mit
Elijah Wood (Frank) Timmo Niesner
Nora Arnezeder (Anna) Marie Bierstedt
Morgane Slemp (Jenna)
America Olivo (Franks Mutter)
Liane Balaban (Judy)
Sammi Rotibi (Jason)
Genevieve Alexandra (Jessica)
Freedom (Polizist)
Sal Landi (Detective)
u.a.

drehbuch
Alexandre Aja
Grégory Levasseur
C.A. Rosenberg
nach dem Originaldrehbuch von Joe Spinell

musik
Rob

kamera
Maxime Alexandre

regie
Franck Khalfoun

produktion
Aja/Levasseur Productions
Blue Underground
Canal+
Ciné+
La Petite Reine
Studio 37

verleih
Ascot Elite

Kinostart: 27. Dezember 2012

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27.12.2012 | mz |
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