Dienstag, 23. Juli 2019

Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva
© X-Verleih

Trailer | IMDb | Filmseite

► Beitrag teilen var a2a_config = a2a_config || {}; a2a_config.linkurl = „http://www.screenmagazin.com/post/31695086717/liebe“; a2a_config.locale = „de“; a2a_config.color_main = „333“; a2a_config.color_border = „966“; a2a_config.color_link_text = „fff“; a2a_config.color_link_text_hover = „F63“; a2a_config.color_bg = „000“; a2a_config.color_arrow = „fff“; a2a_config.prioritize = [„facebook“, „twitter“, „google_buzz“, „email“]; http://static.addtoany.com/menu/page.js

Auf dem diesjährigen, internationalen Filmfest in Cannes gewann er mit seinem Film Liebe die Goldene Palme – ein ungewöhnlicher Filmtitel für den österreichischen Filmfestival-Dauersieger Michael Haneke. Vor einem Jahr weinten die Filmkritiker auf dem in Cannes gezeigten Sterbedrama Halt auf freier Strecke von Andreas Dresen. Der Film von Haneke geht in eine ähnliche Richtung.

Es ist eine sanftmütige Geschichte über das Sterben alter Leute, die in ihrer Krankheit zu Hause bleiben wollen. Hanekes bisweilen kalte Beobachtungsgabe, siehe Funny Games, Caché und Das weiße Band, merkt man auch in diesem Film, wenn auch nicht ganz so distanziert. Dazu ist das Thema „Sterben im Alter“ zu emotional. Was wird aus der Liebe nach der goldenen Hochzeit, wenn der Partner ernsthaft krank und hilfsbedürftig wird?

Georges und Anne, beide über 80 Jahre alt, leben in einer großzügigen Altbauwohnung, irgendwo in einem besseren Stadtteil von Paris. Die erwachsene Tochter besucht die beiden in großen Abständen. Sie lebt in Frankreich, weit weg mit ihrer eigenen Familie. Der Film spielt, quasi als Kammerstück, ausschließlich in der Wohnung des älteren Ehepaares. Nach missglückter Operation erleidet Anne einen Schlaganfall und sitzt fortan, halbseitig gelähmt im Rollstuhl. Ihr Mann Georges muss versprechen, sie nie wieder ins Krankenhaus zurück zu schicken. Er übernimmt die Pflege, bis er körperlich selbst nicht mehr kann und sich durch Pflegeschwestern helfen lassen muss.

Das ältere Ehepaar wurde durch 2 französische Superstars besetzt. Ein beeindruckendes Alterscomeback feiern Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant. Beide wurden in den Fünfzigern als Schönheiten im französischen Film weltbekannt. Hanekes Film bekommt durch die in echt gealterten Schauspieler, die wir fast nur noch aus ihren jungen Rollen kennen, eine noch intensivere Wirkung. Wie endet die Liebe, wenn das Lebensende erreicht wird?

Ohne Kitsch und Übertreibung zeigt Haneke die letzte, gemeinsame Etappe und er kommt dabei ganz ohne dramatische Musik aus. Nur ein-zweimal wird von den Schauspielern Klavier gespielt. Noch nicht einmal der Abspann ist mit Musik unterlegt. Nur die Bilder und die für französische Verhältnisse geringen Worte machen diesen Film aus. Ein Stillstand. Wer das als Kinogänger aushalten kann, erfährt ein großartiges Kinoerlebnis. Für alle. die Wortwitz und Schnelligkeit bevorzugen, sei eher Altbewährtes von Woody Allen empfohlen.

Dieser Film teilt die Kinogänger in 2 gegensätzliche Kategorien: die Film- und Wortgewaltigen und die Bild- und Stimmungsgewaltigen. Die Autorin dieses Artikels würde sich eher zur letztgenannten Kategorie zählen, deshalb ist Hanekes Film Liebe, wie alle seine Vorgängerfilme, ein großartiges Kinoerlebnis, das nachhaltiges Grübeln verursacht. ■ bh

OT: Amour
F/D/A 2012
Drama
FSK: 12
127 min

mit
Jean-Louis Trintignant (Georges)
Emmanuelle Riva (Anne)
Isabelle Huppert (Eva)
Alexandre Tharaud (Alexandre)
William Shimell (Geoff)
u.a.

drehbuch
Michael Haneke

kamera
Darius Khondji

regie
Michael Haneke

produktion
Canal+
France 3 Cinéma
Wega Film
BR/WDR
Les Films du Losange
Cine+
X-Filme Creative Pool
ORF Film/Fernseh-Abkommen
ARD Degeto Film
France Télévisions

verleih
X-Verleih

Kinostart: 20. September 2012

http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fangelonemedia-21%2F8003%2F1e3caddc-9527-435d-a743-f1bde7dee8e4&Operation=GetDisplayTemplate Amazon.de Widgets

16.09.2012 | mz |
Kategorien: ohne