Samstag, 20. Juli 2019

Dejah Thoris und John Carter
© Disney, John Carter™ ERB, Inc.

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Pünktlich zum 100. „Geburtstag“ John Carters kommt jetzt ein Fantasyspektakel ins Kino, das auf Edgar Rice Burroughs’ Romanklassiker „Die Prinzessin vom Mars“ basiert, mit dem Burroughs seinen Barsoom-Zyklus eröffnete. Seit der Veröffentlichung der Reihe ist er der erste literarische Weltraumheld überhaupt und hat mit seinen Abenteuern auf Barsoom Generationen von Lesern begeistert.

Im Laufe dieser Zeit hat Carter als Musterbeispiel für einen Helden alle Strömungen der Popkultur beeinflusst – von Romanen bis zu Comics, von Illustrationen bis zu Animationsfilmen, von TV-Projekten bis zum großen Kinofilm, der jetzt erstmals realisiert wurde. Tatsächlich hat John Carter einige der größten Kreativköpfe des letzten Jahrhunderts inspiriert, sei es George Lucas bei Star Wars, James Cameron bei Avatar oder Michael Crichton zu seiner gleichnamigen Figur in der Serie Emergency Room.

Visionär Andrew Stanton (Oscar®-Preisträger für WALL-E und Findet Nemo) und sein herausragendes, preisgekröntes Team erzählen mit überwältigenden Bildern, Humor und Einfallsreichtum das Abenteuer eines Mannes, der in einer anderen Welt seine Bestimmung findet. Jetzt endlich kann man Burroughs’ fantastische Welt im Kino bestaunen!

John Carter glaubt, alles schon erlebt, alles schon gesehen zu haben. Doch dann gerät der ehemalige Offizier, der nicht mehr kämpfen will, in einen Konflikt, der alle Vorstellungskraft sprengt. Auf unerklärliche Weise findet er sich auf einem geheimnisvollen Planeten wieder, den die Bewohner Barsoom nennen.

Exotische Geschöpfe bevölkern diese Welt, aber auch fremdartige Stämme und Kulturen, die sich bekriegen und damit ihren eigenen Untergang heraufbeschwören. Auf seiner abenteuerlichen Odyssee durch eine fremde Welt, die am Abgrund steht, begegnet John Carter dem charismatischen Anführer Tars Tarkas und verliebt sich in die bezaubernde, selbstbewusste Prinzessin Dejah Thoris.

Von unbekannten Gefahren bedroht und überwältigt von unglaublichen Eindrücken, entdeckt Carter wieder, was er verloren zu haben glaubte: seine Menschlichkeit. Schließlich erkennt er, dass die Zukunft des Planeten und das Überleben seiner Bewohner in seinen Händen liegen…

Die von Edgar Rice Burroughs 1912 erschaffene Figur, die heute Kultstatus genießt, gilt bei vielen Kennern der Materie als der erste literarische Weltraumheld überhaupt. Die Welt hörte und las erstmals von John Carter in Burroughs’ Geschichte „Under the Moons of Mars“. Sie erschien als Fortsetzungsreihe im Magazin All Story, bevor sie mit „Die Prinzessin vom Mars“ einen anderen Titel erhielt und 1917 als Roman veröffentlicht wurde. In den folgenden Jahren schrieb Burroughs noch zehn weitere Bücher in der Romanreihe, die als „Barsoom“-Zyklus bekannt ist – abgeleitet von Barsoom, Burroughs’ Namen für den Planeten Mars.

Burroughs war 35 Jahre alt, als er die Geschichte zu Papier brachte. Zu dieser Zeit arbeitete er für seinen Bruder bei einer Firma für Schreibwaren und Bürobedarf, benutzte Schmierblöcke, die von der Firma hergestellt wurden, um umfangreiche Arbeitsblätter und Tabellen anzulegen, die ihm halfen, die Übersicht über Handlungsverlauf, Charaktere und Zeitlinien zu behalten.

Noch vor Fertigstellung seines Romans wurde Burroughs bewusst, dass er überhaupt keine Ahnung hatte, wie er seinen Roman zur Veröffentlichung bringen konnte. So bot er seine Geschichte in einer Fassung von 43.000 Wörtern und mit dem Titel „Dejah Thoris, Martian Princess“ dem Magazin „All Story“ an. Chefredakteur Thomas Newell Metcalf stellte Burroughs 400 Dollar für die Veröffentlichungsrechte als Fortsetzungsroman in Aussicht und änderte sofort den Titel.

Für Stanton ging es aber nicht nur darum, die Chance zu erhalten, Burroughs’ Bücher auf die Leinwand bringen zu können. Er wollte mit seinem ersten Live-Action-Film auch erreichen, dass dieser sich von allen anderen Science-Fiction-Filmen unterschied. Produzent Colin Wilson führt aus, wie die Filmemacher die Vorlage von Edgar Rice Burroughs, die er „eine Goldmine“ nennt, für die Leinwand adaptierten:

»Wir haben uns sehr bemüht, Klischees zu vermeiden, um sicherzustellen, dass nichts kopiert wirkte und es keinen Bezug zu anderen Science-Fiction-Projekten gab. Wirklich aufregend war es, alle möglichen Ansätze und Aspekte, die das Design betrafen, zu erforschen – von den Kreaturen über die Charaktere bis hin zu den Luftschiffen, dem Design der Sets und der Umwelt. Bei all diesen für den Film extrem wichtigen Elementen mussten wir etwas erschaffen, das unverbraucht, neu und inspirierend war.«

Die drei Drehbuchautoren stimmten darin überein, dass Spaltung das zentrale Thema des Films sein würde. So ist Carter eine gespaltene Seele – zerrissen zwischen dem, was er aufgegeben hat, und dem, was in seinem Blut liegt, wozu er geboren wurde. Dejah Thoris ist gespalten zwischen ihrem leidenschaftlichen Engagement für die Rettung Heliums und ihren Gefühlen für John Carter. Bei Tars Tarkas ist es das Festhalten am traditionellen Lebensstil der Tharks, damit sein Volk überleben kann, und dem Wunsch nach Veränderung seines Volkes, das wieder einigen der alten, zivilisierteren Werte, nach denen es sich vor langer Zeit richtete, folgen soll. Auch Barsoom als Ganzes ist gespalten – diese Welt führt Krieg gegen sich selbst.

»Hier finden sich alle wichtigen Themen, die man bei einem Epos voraussetzt«, fasst Mark Andrews zusammen. »Es geht um die Konflikte zwischen Gut und Böse, um Loyalität und Selbstsucht, um Grausamkeit und Leidenschaft. Das Rückgrat der Geschichte aber bildet das Gespaltensein der beiden Hauptfiguren und der Welt, in der sie leben.«

Zu den wichtigsten Aspekten, die die Drehbuchautoren in ihrer Adaption von Burroughs’ Vorlage berücksichtigen wollten, gehörte Authentizität – im Hinblick auf die Figuren, auf das Produktionsdesign und auf die erschaffene Welt. »Wir entführen den Zuschauer auf einen anderen Planeten, in eine fremde Welt mit von uns erschaffenen Kreaturen. Es muss einfach alles authentisch wirken«, betont Andrews nachdrücklich. »Nichts soll hübsch, glatt und poliert aussehen, wir wollen es schmutzig, dreckig und rau. Deshalb drehten wir in Utah, um dort den Staub und die flirrende Hitze einzufangen. Man soll wirklich spüren können, wie hart die Umwelt für diese Figuren ist.«

Satte 250 Millionen Dollar hat Disney für dieses Mammutprojekt ausgegeben, was sich auch im Film widerspielgelt. Entstanden ist eine differenzierte Realität – eine Welt, die so real und gleichzeitig märchenhaft wirkt. Das Ganze gibt es auch noch in 3D zu sehen, was die Echtheitswirkung zusätzlich unterstützt.

Natürlich lächelt man darüber, dass es Leben auf dem Mars gibt, wo doch die Wissenschaft in den letzten 100 Jahren das Gegenteil bewiesen hat. Würde Burroughs die Geschichte heute schreiben, wäre er bestimmt nicht mehr vom Mars ausgegangen, doch die damalige Vorstellungskraft der Menschen jener Zeit reichte eben noch nicht so weit.

Da der Film aus dem Hause Disney kommt, darf natürlich der familiäre Faktor nicht fehlen. Wir haben die standhafte Vaterfigur Tardos Mors, die Augenweiden John Carter (für die Damen) und Dejah Thoris (für die Herren) als auch den liebenswerten und superschnellen Marshund Woola, der als buchstäblicher Running Gag für komödiantische Einlagen sorgt. Alles in Allem reiht sich der Film in die Riege der Fantasyepen von Star Wars und Avatar ein, auch wenn er im Prinzip die Mutter aller Fantasyepen ist. Das ist ganz großes Kino ohne Anspruch, dafür aber mit jeder Menge Herzblut und Unterhaltungssinn. ■ mz

OT: John Carter
USA 2012
Fantasy/Abenteuer
FSK: 12
132 min
3D

mit
Taylor Kitsch (John Carter) Stefan Günther
Lynn Collins (Dejah Thoris) Tanja Geke
Samantha Morton (Sola)
Willem Dafoe (Tars Tarkas) Reiner Schöne
Thomas Haden Church (Tal Hajus)
Mark Strong (Matai Shang) Tom Vogt
Ciarán Hinds (Tardos Mors)
Dominic West (Sab Than)
James Purefoy (Kantos Kan)
Bryan Cranston (Powell)
Polly Walker (Sarkoja)
Daryl Sabara (Edgar Rice Burroughs)
Amanda Clayton (Sarah Carter) Franca Merkel
u.a.

musik
Michael Giacchino

kamera
Dan Mindel

drehbuch
Andrew Stanton
Mark Andrews
Michael Chabon
basierend auf der Geschichte „A Princess of Mars“ von Edgar Rice Burroughs

regie
Andrew Stanton

produktion
Walt Disney Pictures

verleih
Disney

Kinostart: 8. März 2012

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10.03.2012 | mz |
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