Mittwoch, 22. Mai 2019

Jason Segel spielt Jeff, der noch zu Hause lebt
© Paramount Pictures

Trailer | IMDb | Filmseite

Der arbeitslose Jeff ist alles andere als ein Durchstarter: Mit seinen 30 Jahren sitzt er die meiste Zeit im Wohnzimmer kiffend auf seiner Couch und philosophiert über seinen Lieblingsfilm Signs – Zeichen. Dieses Wohnzimmer ist ausgerechnet im Keller des Elternhauses, in dem er und sein ungleicher Bruder Pat aufgewachsen sind.

Jeff lebt noch zu Hause – weiter hat er es in seinem Leben bisher nicht geschafft. Auch seiner besorgten Mutter Sharon gehen langsam die Ideen aus, wie sie ihren trägen Sohn dazu bringen könnte, endlich seinen eigenen Weg zu gehen und auszuziehen. Fern von der Verwirklichung ihrer eigenen Träume, bleibt ihr nur noch tagtäglich die Hoffnung, dass Jeff zumindest die kleinen Aufgaben im Haushalt erledigt hat, bevor sie abends von der Arbeit nach Hause kommt.

Aber für Jeff ist das Leben alles andere als einfach. Er ist davon überzeugt, dass ein Mensch nur auf die Zeichen des Universums achten muss, um sein Schicksal und den ihm vorgezeichneten Lebensweg zu erkennen. So wird z.B. der Weg in den Baumarkt durch skurrile Begegnungen und scheinbar bedeutsame Ereignisse plötzlich zur Suche nach dem Sinn seines Lebens, denn nichts passiert ohne Grund…!

Das kreative Brüdergespann Jay und Mark Duplass (Cyrus, Baghead) schrieb und inszenierte diese Geschichte aus dem „normalen“ Leben. »Wir sind in New Orleans aufgewachsen, in einer Mittelklassegegend, in der hart gelernt und geschuftet wird. Die Wahlfächer in unserer Schule waren Griechisch und Latein«, erzählt Jay.

»Wir glaubten an die Art von Leben, wo man sich auf Arbeit den Arsch aufreißt und die Sachen erledigt. Wir waren aber auch von Kunst und Film besessen. Aber es erschien jenseits unserer Welt, sehr magisch. Wir hätten niemals geträumt, uns in der Situation zu befinden, in der wir gerade sind. Wir beide wollen Jeff sein. Wir wollen an die Magie und das Universum glauben.«

»Wir bewundern die Leute, die ihr Leben auf diese Art leben,« ergänzt Mark, »selbst wenn es sie wiederholt ins Gesicht schlägt. Bei diesem Film sind wir jedenfalls aufgeregt, zwei Brüder zu haben, die völlig gegensätzlich denken, und betrachten, welche Konflikte und Humor sich daraus entwickeln.«

Natürlich dreht sich der Film, wie der Titel es sagt, um Jeff, der mit 30 Jahren noch immer zu Hause im Keller lebt. Der Film führt dann aber nicht nur Jeff, sondern auch den Zuschauer auf eine Odyssee, bei der am Ende alles anders ist. Jeff soll „nur“ eine Lamelle besorgen, um die Blende vom Kleiderschrank zu reparieren – ein Unterfangen, das den ganzen Tag dauern sollte…

Dann ist da Pat, der sich mit seiner Frau Linda zerstritten hat, weil dieser das gemeinsame Geld für einen Porsche ausgegeben hat. Auf seiner Suche nach dem mysteriösen Kevin, den Jeff nach einer Reihe von „Zeichen“ aufspürt, trifft er zufällig auf Pat in seinem neuen Porsche. Ein Zufall jagt den anderen: Plötzlich entdecken sie Linda mit einem anderen Mann! Für Pat ist klar: Er muss ihr nachspionieren.

Gleichzeitig bekommt Mutter Sharon Komplimente von einem Arbeitskollegen im Büro – anonym versteht sich. Neben ihrer Arbeit und ihren Sorgen um Jeff kommt nun ein kleiner Sonnenstrahl in ihr Leben. Somit hat auch Sharon ihr ganz eigenes Zeichen bekommen, dem sie folgen muss. Zusammen mit ihrer Arbeitskollegin Carol kollaboriert sie, um den Komplimentator ausfindig zu machen. Doch das Leben ist, wie so oft, kompliziert, denn als sich herausstellt, um wen es sich dabei handelt, muss auch sie sich um einige Dinge klar werden.

Alle sind auf der Suche nach etwas, was eigentlich alle wollen – Liebe, Glück und Geborgenheit. In diesem Film bekommen eigentlich alle, wonach sie sich sehnen. Doch bis es soweit ist, muss viel gestritten und versöhnt werden. Und das haben die Duplass-Brüder mit viel Humor umgesetzt, damit der Film nicht so anstrengend wirkt.

Jason Segel, dessen Leinwandpräsenz in diesem Jahr unerhört hoch ist, spielt Jeff mit genau derselben Naivität, die man von ihm gewohnt ist. Ed Helms als leicht narzisstischer Bruder Pat möchte man am liebsten eine reinhauen, so unausstehlich wirkt er. Judy Greer spielt Pats zarte Power(ehe)frau, die ihr Herz ihrem Kollegen Steve ausschüttet, während Susan Sarandon als Mutter der beiden ungleichen Brüder ihren zweiten Frühling erleben darf. Zu ihr gesellt sich Rae Dawn Chong, die seit Crying Freeman – Der Sohn des Drachen (1995) kaum noch in höher profilierten Filmen in Erscheinung trat, als Arbeitskollegin und Freundin mit Hintergedanken…

Jeff, der noch zu Hause lebt ist eine amüsant-magische Dramödie über die Irrungen und Wirrungen des Lebens, manchmal ein wenig dialoglastig und stets auf Konfrontationskurs – emotionell und physisch. Und Jay und Mark Duplass inszenierten das ohne Tricks und doppelten Boden und schon gar nicht in 3D! ■ mz

OT: Jeff, who lives at Home
USA 2011
Drama/Komödie
FSK: 6
83 min

mit
Jason Segel (Jeff Thompkins) Dennis Schmidt-Foß
Ed Helms (Pat Thompkins) Uwe Büschken
Susan Sarandon (Sharon Thompkins) Kerstin Sanders-Dornseif
Judy Greer (Linda) Tanja Geke
Rae Dawn Chong (Carol)
Steve Zissis (Steve)
Evan Ross (Kevin) Jesco Wirthgen
u.a.

drehbuch
Jay Duplass
Mark Duplass

kamera
Jas Shelton

musik
Michael Andrews

regie
Jay Duplass
Mark Duplass

produktion
Indian Paintbrush
Jeff Brothers Productions
Mr. Mudd
Right of Way Films

verleih
Paramount

Kinostart: 9. August 2012

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12.08.2012 | mz |
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