Montag, 17. Juni 2019

© Claire Debru

► Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät
► Asterix, Obelix und Ihre Majestät in Berlin
Interview mit Laurent Tirard
Interview mit Albert Uderzo

Beitrag teilen var a2a_config = a2a_config || {}; a2a_config.linkurl = „http://www.screenmagazin.com/post/34300609913/interview-mit-anne-goscinny“; a2a_config.locale = „de“; a2a_config.color_main = „333“; a2a_config.color_border = „966“; a2a_config.color_link_text = „fff“; a2a_config.color_link_text_hover = „F63“; a2a_config.color_bg = „000“; a2a_config.color_arrow = „fff“; a2a_config.prioritize = [„facebook“, „twitter“, „google_buzz“, „email“]; http://static.addtoany.com/menu/page.js

Die 1968 in Boulogne-Billancourt geborene Schriftstellerin ist die Tochter des Asterix-Autors René Goscinny, der zusamen mit Zeichner Albert Uderzo die Asterix-Comics schuf. Sie wurde am Lycée Molière in Paris ausgebildet und besitzt einen Master-Abschluss in der modernen Literatur.

Neben einigen Chansons des 2004 verstorbenen Sängers und Comédiens Serge Reggiani schrieb sie u.a. für namhafte Publikationen wie Paris Match, Le Figaro Littéraire, L’Express und Le Magazine Littéraire. Sie hat vier Romane beim Grasset-Verlag veröffentlicht. Ihre Romane wurden im Ausland, insbesondere in Portugal, Taiwan, Korea übersetzt. 2007 erhielt sie eine Auszeichnung der Women’s International Zionist Organization (WIZO) für ihren halbbiografischen Roman „Le Père éternel“.

In ihrem Roman „Le Banc des soupirs“ von 2011 schrieb sie über den Werdegang einer Psychotherapie. Sie ist mit dem ehemaligen Fernsehjournalisten Aymar du Chatenet verheiratet, der mittlerweile den Imav-Verlag führt. Anne Goscinny verwaltet das Erbe ihres Vaters und zeichnet alljährlich den besten Comiczeichner mit dem Prix René Goscinny aus.

Sie haben dieses Projekt angestoßen. Wie kamen Sie darauf, Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät Laurent Tirard anzuvertrauen?

Ich habe diesen Wunsch geäußert, weil mir Der kleine Nick so sehr gefallen hat. Ich mochte besonders die Art und Weise, wie Laurent den Jungen dargestellt hat, und dabei doch voll und ganz in der Welt blieb, die mein Vater und Sempé geschaffen haben.

Mit dieser kleinen Idee im Hinterkopf habe ich eine Vorführung des Filmes für Albert Uderzo und einige Verantwortliche vom Verlag Hachette organisiert, die die Rechte für das Merchandising und die Kinoverwertung haben. Danach waren eigentlich alle überzeugt, nicht nur davon, wie ungeheuer talentiert Laurent und Grégoire sind, sondern auch davon, dass sie das Werk nicht verfälschen würden.

Was haben Laurent Tirard und Ihr Vater gemeinsam?

Die Eleganz – und einen sehr britischen Humor.

Was hat Sie an dieser Adaption besonders angezogen?

Wie bei Der kleine Nick hatte er eine ganz eigene Vision. Mir gefiel seine Idee, sich wieder stärker auf das Duo zu konzentrieren. Denn nach Asterix bei den Olympischen Spielen, der ja auch seine Qualitäten hatte, wollte ich wieder stärker zu dem minimalistischen Witz und dem Humor meines Vaters zurück. Kurz gesagt: Mein Eindruck war, Laurent würde Asterix auf ein ganz neues Niveau heben.

Mögen Sie dieses Album ganz besonders?

Die ganzen Wortspielereien in „Asterix bei den Briten“ wie das „Es ist, ist es nicht?“ bringen mich immer wieder zum Lachen. Ich liebe alle Asterix-Bände, aber ich halte diesen für besonders gelungen. Umso wichtiger war, dass wir es richtig machen, denn wenn mein Vater etwas nicht leiden konnte, dann wären es Verfilmungen seiner Werke, denen es an Intelligenz und Kreativität fehlte.

Haben Sie, so wie Ihr Vater und wie Laurent, eine enge Beziehung zu Großbritannien?

Gar nicht. Ehrlich gesagt, bin ich kürzlich zum allerersten Mal mit dem Eurostar gefahren.

Waren sie skeptisch, was einige der Veränderungen im Drehbuch betraf?

Eigentlich nicht. Ich habe inzwischen einige Adaptionen erlebt, und mir ist klar, dass sich der Autor einer Filmfassung die Geschichte ganz von neuem aneignen muss. Das ist eine schwierige Übung, die darin besteht, das richtige Gleichgewicht zwischen Neuerfundenem und Respekt vor der Vorlage zu halten.

Was die Frauenfiguren betrifft, bin ich mir voll und ganz bewusst, dass man heute keinen Film ohne jegliche Frauenrollen machen kann. Man braucht eine junge, eine mittelalte oder eine ältere – oder alle drei! Das einzige, bei dem ich mir meine Zustimmung noch vorbehalten hatte, war der Satz über Asterix und Obelix als „zwei Typen, die mit einem Hund zusammenleben“.

Man muss die Geschichte im Kontext sehen, und 1959 bedeute es einfach, wenn zwei Männer miteinander Zeit verbrachten, dass sie Freunde waren. Ich fand den Scherz sehr lustig, aber ich habe klar gemacht, dass jede Zweideutigkeit an dieser Stelle unpassend wäre.

An welcher Phase der Produktion waren Sie besonders stark beteiligt?

Ich habe das Drehbuch mehrfach gelesen. Und dabei hatte ich mir vorgenommen, verbissen gegen allzu viele und allzu flache Modewörter zu kämpfen. Dabei hätte ich gar nicht so wachsam sein brauchen, denn Laurent, Grégoire und ich verstehen uns in dieser Beziehung sehr gut.

Als das Drehbuch fertig war, habe ich mich zurückgezogen. Ich mag so etwas, wie der Wächter über das Werk meines Vaters zu sein, aber die Filme, auch wenn sie auf den Comics beruhen, führen ja doch auch von ihnen weg. So ergeht es literarischen Werken nun einmal, wenn sie für das Kino aufbereitet werden.

Wie fanden Sie die Besetzung?

Ich mochte Valérie Lemercier, deren Shows ich mir regelmäßig anschaue, schon in Der kleine Nick sehr und war deshalb sehr froh, dass sie auch hier wieder dabei sein würde. Umso mehr, weil ihre Figur, die so verklemmt ist und doch eigentlich nichts lieber möchte, als aus sich herauszugehen, gut von meinem Vater hätte erfunden sein können.

Catherine Deneuve ist herrlich selbstironisch als Königin von England, so wie es Alain Delon seinerzeit im dritten Asterix-Film war. Vincent Lacoste und Depardieu sind großartig, aber meine absoluten Lieblinge sind wahrscheinlich doch Guillaume Gallienne und Edouard Baer. Die beiden sind intelligent und von großer Eleganz.

Hätte mein Vater Guillaume gekannt, er hätte sicherlich ein ganzes Programm für ihn geschrieben, und Edouards Asterix ist so, wie mein Vater ihn erträumt hätte. Was Luchini betrifft, dachte ich bei der Vorführung des Films, dass Uderzo und Goscinny Julius Cäsar aus dem Grund erfunden haben, damit Fabrice ihn eines Tages spielen könnte.

Haben Sie Erinnerungen daran, wie es war, als Ihr Vater an den Asterix-Geschichten schrieb?

Eigentlich nur ein paar Klänge. Ich höre noch das Klappern seiner Schreibmaschine. Wenn ich von der Schule nach Hause kam, hieß das für mich zweierlei: dass Papa da ist, und dass man ihn nicht stören darf!

Hat er Ihnen von seiner Arbeit erzählt?

Er hat sicherlich mit meiner Mutter darüber gesprochen, aber ich war ja erst neun Jahre alt, als er starb. Und es war eine andere Generation, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts geboren wurde – die Männer waren als Eltern nicht kumpelhaft ihren Kindern gegenüber und haben ihnen nicht von ihrer Arbeit erzählt. Mein Vater war sehr liebevoll, aber wenn er und meine Mutter Gäste hatten, dann hieß es: Packt das Kind ins Bett!

Hat er Ihnen seinen Humor vererbt?

Das kann ich selbst schlecht beurteilen, aber ich höre von Leuten, ich hätte oft eine ungewöhnliche Sichtweise auf Dinge. Mag sein, dass das der Grund ist, warum ich über Valérie Lemercier oder Alain Chabat so sehr lachen kann.

Es ist nun 35 Jahre her, dass Ihr Vater starb. Ist Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät ein angemessener Tribut?

Mehr als das. Einen Tribut verbinde ich immer mit Trauer und Tod. Aber mein Vater hat diese Figuren seinerzeit zum Leben erweckt, und Laurent tut dies nun zum zweiten Mal. Man sieht: Das Leben geht weiter!

Welche Vorgaben gibt es für das Merchandising zu den Asterix-Filmen?

Sie werden vom Verlag Albert René, der zu Hachette gehört, festgelegt, aber Albert Uderzo und ich werden über alle wichtigen Entscheidungen informiert. Ich habe ein Mitspracherecht, und um das zu behalten, kann ich es auch nicht übertreiben. Wenn ich den Rechteinhabern einen Ratschlag erteilen sollte, wäre er, es immer behutsam angehen zu lassen, denn wir sind nicht diejenigen, die das Werk, das wir hier schützen, geschaffen haben.

Wird es weitere Asterix-Filme geben?

Mein Vater hat 24 Alben geschrieben und Albert hat acht weitere herausgebracht. Es gibt also viel Stoff. Und wenn die Produzenten, Autoren und Schauspieler weiterhin Lust darauf haben, sollten wir weitermachen. Solange das Ganze kein Selbstzweck wird, sondern es darum geht, Filme zu machen, die von der Qualität her mit den Comics mithalten können, wird es weitere geben! ■ mz | Quelle: Concorde

OT: Astérix et Obélix: Au Service de Sa Majesté
F 2012
Action/Thriller
FSK: 0
110 min
3D

mit
Edouard Baer (Asterix) Michael Lott
Gérard Depardieu (Obelix) Manfred Lehmann
Guillaume Gallienne (Jolitorax/Teefax) Marcus Off
Vincent Lacoste (Goudurix/Grautvornix) David Turba
Valérie Lemercier (Miss Macintosh) Christin Marquitan
Fabrice Luchini (Julius Cäsar) Frank-Otto Schenk
Catherine Deneuve (Königin Cordelia) Katharina Lopinski
Charlotte Lebon (Ophélia) Kaya Marie Möller
Bouli Lanners (Olaf Grossebaf/Olaf Maulaf) Karl Schulz
Dany Boon (Têtedepiaf/Hirnisnichfilaf) Olaf Reichmann
Atmen Kelif (Pindépis)
Jean Rochefort (Lucius Fouinus/Luzius Filzus) Jürgen Thormann
Gérard Jugnot (Piratenkapitän) Axel Lutter
Götz Otto (Yadutaf/Vonixkomtnixaf) Götz Otto
François Damiens (Kartograf)
Dolores Chaplin (Frau Relax) Silvia Mißbach
u.a.

drehbuch
Grégoire Vigneron
Laurent Tirard
basierend auf den Comics von René Goscinny und Albert Uderzo

musik
Klaus Badelt

kamera
Catherine Pujol
Denis Rouden

regie
Laurent Tirard

produktion
Cinetotal
Fidélité Films
Film Kairòs
M6 Films
Morena Films
Wild Bunch

verleih
Concorde

Kinostart: 18. Oktober 2012

http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fangelonemedia-21%2F8003%2F48897201-04cc-4bd5-96ba-fbb6b02da7b0&Operation=GetDisplayTemplate Amazon.de Widgets

25.10.2012 | mz |
Kategorien: ohne