Montag, 17. Juni 2019

© Frank Boxler (Archiv)/AP

► Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät
► Asterix, Obelix und Ihre Majestät in Berlin
Interview mit Laurent Tirard
Interview mit Anne Goscinny

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Albert Uderzo wurde als Sohn italienischer Einwanderer 1927 in Fismes in der Nähe von Reims geboren. Das Handwerk als Comiczeichner eignete er sich größtenteils autodidaktisch an. In Zusammenarbeit mit Jean-Michel Charlier entstand ab 1948 seine erste Comicserie „Belloy, Ritter ohne Rüstung“.

1951 begegnete er René Goscinny – der Beginn einer jahrzehntelangen überaus erfolgreichen Zusammenarbeit, die bis zu Goscinnys Tod im Jahre 1977 andauerte. Uderzo und Goscinny entwickelten in den 50er Jahren zahlreiche Comicserien wie „Pitt Pistol“, „Luc Junior“, „Benjamin & Benjamine“ und „Umpah-Pah“. 1959 entstand der erste Asterix-Band. Der Serie, die rasch ein Publikumserfolg wurde, widmeten sie sich seit Mitte der 60er Jahre ausschließlich.

1980 erschien der mit „Der große Graben“ das erste Asterix-Abenteuer, das Uderzo allein verfasst hatte. Zuletzt erschien 2009 Band 34 der Reihe: „Asterix & Obelix feiern Geburtstag“. 1969, zwei Jahre nach Goscinny, erhielt auch Uderzo für seine Verdienste um die französische Kultur den Orden des Chevalier des Arts et des Lettres und im Jahr darauf den Ordre National du Mérite. 1989 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion Frankreichs ernannt.

Wissen Sie noch, wie „Asterix bei den Briten“ entstand?

Ja, und es gehört nach wie vor zu meinen Lieblingsalben. Wenn ich mich recht erinnere, haben wir es 1966 geschrieben. Und man muss sagen, dass es seitdem kein bisschen gealtert ist.

Wie kam die Story zustande?

Dies war unser achtes Album, und wir hatten uns angewöhnt, dass wir unsere Figuren bei jedem zweiten Album auf eine große Reise schicken – natürlich innerhalb der Grenzen der damals bekannten Welt! Wir sind oft dafür kritisiert worden, aber wir hatten besonderen Spaß dabei, verschiedene Länder zu karikieren und ihre nationalen Eigenheiten zu veralbern.

Aber auch unsere Gallier waren typische Franzosen: streitsüchtig, immer am Jammern und nie zufrieden… Und so haben wir auch die Ägypter seitwärts gehen lassen, weil wir es von Abbildungen antiker Malereien kannten, die wir schon als Kinder gesehen hatten. Es ging uns immer darum, Spaß zu machen.

Im Fall der Briten war es sehr einfach, weil wir so viele kulturelle Symbole zur Auswahl hatten, mit denen wir herumspielen konnten: die Teestunde, die Liebe zur Gartenarbeit, die englische Küche, die Wichtigkeit, Haltung zu bewahren usw.

Worauf sind Sie bei diesem Album besonders stolz?

René sprach fließend Englisch (und noch einige Sprachen mehr). Er hatte die Idee, das Englische wortwörtlich ins Französische zu übertragen und dabei die spezielle Wortstellung zu übernehmen. Ich finde den Effekt unwiderstehlich, eben weil es eine so abgedrehte Idee ist. Das ist auch der Running Gag, der das ganze Album durchzieht.

Kompliziert wurde es, als es darum ging, das Album dann wieder in andere Sprachen, vor allem das Englische, zu übertragen und dabei die Wortspiele und den Sprachwitz beizubehalten. René hat immer sehr großen Wert darauf gelegt, dass die Übersetzungen gut waren, und bei diesem Album ganz besonders, einfach weil er beide Sprachen so perfekt beherrschte.

Wie haben Sie und René Goscinny zusammengearbeitet?

Wir hatten denselben Sinn für Humor, und so hatten wir immer Themen, über die wir beide lachen konnten. Es war eine sehr schöne Kameradschaft. Das Skript hat René immer allein verfasst. Sobald er fertig war, hat er es mir gegeben, damit ich mit den Zeichnungen beginnen konnte, und hat mich natürlich auch nach meiner Meinung gefragt.

Und das war nicht einfach nur so dahingesagt – er hat immer mit großer Unruhe auf meine Antwort gewartet. Einmal habe ich ihm einen ziemlich gemeinen Streich gespielt, nachdem ich eines seiner Skripte gelesen hatte. Ich wusste, dass er voller Ungeduld darauf wartete, von mir zu hören. Schließlich habe ich ihn angerufen, und als er fragte, wie es mir gefallen hätte, sagte ich einfach gar nichts.

Über die Stille hinweg konnte ich merken, wie seine Sorge immer größer wurde, und irgendwann konnte ich nicht mehr, lachte los und sagte ihm, dass es wie immer perfekt sei! Ich kann hier nicht die ganzen Schimpfwörter wiederholen, mit denen er mich überzogen hat; ich habe es auf jeden Fall nicht wiedergetan.

Ist es für einen Autoren immer schwierig, wenn eines seiner Werke fürs Kino adaptiert wird?

Natürlich, und das gilt ganz besonders für einen Comic. René und ich hatten immer Angst vor schlechten Filmfassungen unserer Geschichten. Im Comic sind nun einmal keine Spezialeffekte erlaubt, aber die Vorstellungskraft hat keine Grenzen: Man kann alles machen. Damals hätten wir uns eine Adaption der Comics als Realfilm nur schwer vorstellen können.

Wie sollte man etwa die Wirkung des Zaubertranks darstellen? Und wie sollte man einen guten Schauspieler finden, der auch noch eine so große Nase und einen so dicken Bauch wie Obelix hätte? Deshalb war ich auch so hin und weg, als ich Gérard Depardieu zum ersten Mal in der Rolle gesehen hatte. Außerdem erlaubt einem die Filmtechnik heute unendlich viele optische Tricks. Und dann ist Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät auch noch der erste französische 3D-Film!

Haben Sie den Entstehungsprozess des Films aus der Nähe mitverfolgt?

Die Storyboards habe ich mir im Einzelnen nicht angeschaut, das Drehbuch habe ich aber gelesen. Mir ist es wichtig, darüber zu wachen, dass die Geschichte des Albums respektiert wird. Ja, ich bin für Adaptionen, aber sie müssen die Werte unserer Comicreihe teilen.

Der Regisseur hat sich einige Freiheiten mit den Sets und den Kostümen genommen. Waren Sie deshalb in Sorge? Und wie finden Sie das Ergebnis?

Das hat mich gar nicht gestört, weil es ja der Geschichte dient. Es ist nun einmal schwierig, die Geschichte eines Comics Wort für Wort wiederzugeben. Und weil das Material für einen abendfüllenden Spielfilm nicht reicht, sind die Drehbuchschreiber nun einmal gezwungen, sich noch nach einem weiteren Band der Reihe umzuschauen und Verbindungen zwischen den beiden Abenteuern zu knüpfen.

Weil es sich um Adaptionen handelt, können sie manche Elemente umändern, etwas hinzufügen, anderes verwerfen und auch neue Figuren hinzu erfinden. Und ich gestehe, dass ich mich über die Ehre sehr gefreut habe, dass Madame Deneuve an der Seite unserer bescheidenen Gallier spielt, und dann auch noch nichts Geringeres als eine Königin!

Aber auf all die anderen ungemein talentierten Schauspieler bin ich nicht weniger stolz, die sich für unsere auf Papier gezeichneten Figuren interessieren. Ich verneige mich voller Respekt vor ihnen, weil es nicht einfach ist, solche unrealistischen Comicfiguren zum Leben zu erwecken.

Welche Ideen aus dem Film hätten sie auch gern schon damals im Comic gehabt?

Die Möglichkeit, den Comic in 3D zu lesen!

Anne Goscinny hat gesagt, Edouard Baer sei der Asterix, den sich ihr Vater erträumt hat. Wie finden Sie ihn in der Rolle?

Er ist perfekt. Einer der früheren Darsteller hat mir einmal gesagt, Asterix sei keine besonders komische Figur. Nun: Edouard Baer beweist das Gegenteil und behält dabei seine ganz persönlichen Eigenheiten bei. Womit ich nicht gesagt haben will, das er genauso ein Streithammel und Moralist wie Asterix ist! Im Gegenteil: Er reichert die Figur mit seiner Persönlichkeit an – und es funktioniert.

Wie finden Sie Fabrice Luchini als Julius Cäsar?

Unwiderstehlich! Mich hat besonders beeindruckt, wie er es verstanden hat, seiner Rolle Humor zu verleihen. Humor geht Cäsar im Comic doch ziemlich ab, auch wenn er sich gegenüber den Galliern, die ihn jedes Mal wieder überlisten, immer fair verhält.

Was halten Sie von der 3D-Technik?

Es ist großartig! Es dient der Geschichte und verstärkt jede Aktion nur noch.

Welche weiteren Alben würden Sie gern im Kino sehen?

Das entscheide ich ja nicht, sondern es sind die Autoren und Regisseure, die sich für unsere Geschichten interessieren. Ich kann nur meinen bescheidenen Rat geben und auf die Vorzüge mancher Alben hinwiesen und auf die Schwierigkeiten, auf die man bei bestimmten anderen stoßen könnte. ■ mz | Quelle: Concorde

OT: Astérix et Obélix: Au Service de Sa Majesté
F 2012
Action/Thriller
FSK: 0
110 min
3D

mit
Edouard Baer (Asterix) Michael Lott
Gérard Depardieu (Obelix) Manfred Lehmann
Guillaume Gallienne (Jolitorax/Teefax) Marcus Off
Vincent Lacoste (Goudurix/Grautvornix) David Turba
Valérie Lemercier (Miss Macintosh) Christin Marquitan
Fabrice Luchini (Julius Cäsar) Frank-Otto Schenk
Catherine Deneuve (Königin Cordelia) Katharina Lopinski
Charlotte Lebon (Ophélia) Kaya Marie Möller
Bouli Lanners (Olaf Grossebaf/Olaf Maulaf) Karl Schulz
Dany Boon (Têtedepiaf/Hirnisnichfilaf) Olaf Reichmann
Atmen Kelif (Pindépis)
Jean Rochefort (Lucius Fouinus/Luzius Filzus) Jürgen Thormann
Gérard Jugnot (Piratenkapitän) Axel Lutter
Götz Otto (Yadutaf/Vonixkomtnixaf) Götz Otto
François Damiens (Kartograf)
Dolores Chaplin (Frau Relax) Silvia Mißbach
u.a.

drehbuch
Grégoire Vigneron
Laurent Tirard
basierend auf den Comics von René Goscinny und Albert Uderzo

musik
Klaus Badelt

kamera
Catherine Pujol
Denis Rouden

regie
Laurent Tirard

produktion
Cinetotal
Fidélité Films
Film Kairòs
M6 Films
Morena Films
Wild Bunch

verleih
Concorde

Kinostart: 18. Oktober 2012

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25.10.2012 | mz |
Kategorien: ohne