Mittwoch, 24. Juli 2019

Claude bekommt Privatunterricht von seinem Lehrer in Sachen Literatur.
© Concorde

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François Ozon, der Autorenfilmer der Gegenwart, wechselt die Genres wie Kostüme beim Karneval. Gerade hatte er uns noch mit der knatsch-bunten Musicalkomödie ►Das Schmuckstück erstaunt, zuvor ernste und doppelbödige Thriller wie Swimmingpool gedreht, und jetzt dieser Film: In ihrem Haus. Während Regisseure wie Pedro Almodóvar oder Woody Allen immer nur das gleiche im neuen Kleid für die Fangemeinde erzählen, ist bei Ozon alles möglich. Dieses Mal wird er zum Joker von Batman – natürlich nur im übertragenen Sinn.

Ein Lehrer gerät in den Bann einer literarisch hochwertigen Schülerarbeit mit Thrillereffekt. Germain arbeitet als frustrierter Lehrer älteren Jahrgangs irgendwo an einer Schule in einer gesichtslosen, französischen Vorstadt. Unspektakulär gibt er seiner Klasse die Hausaufgabe, ein Essay über deren letztes Wochenende zu schreiben. Die Ergebnisse sind für den routinierten Pädagogen genauso spannend wie die ermüdende Aufgabenstellung.

Wäre da nicht der psychologisch, vertrackte Aufsatz eines Schülers, der eher zurückhaltend immer in der letzten Reihe sitzt. Claude schreibt, dass er es geschafft habe, nach präziser Vorplanung, sich bei seinem Mitschüler Raphael in dessen Haus einladen zu lassen. Die im Essay formulierte Beobachtungsgabe des Schülers, sein literarischer Stil weckt in Germain den Hang zum Voyeurismus.

Selbst seine Frau Jeanne, die in das Geheimnis um dieses Wochenendessay mit Fortsetzungscharakter eingeweiht wird, erliegt seinem Bann. Gemeinsam beschließt das Paar, Claude in seinem literarischen Talent zu fördern. Gebannt warten sie nun auf jede weitere Folge dieses Aufsatzes. Doch die Fortsetzung scheint verhängnisvolle Konsequenzen nach sich zu ziehen – für alle Beteiligten.

An der Romanvorlage von Juan Mayorga, der sein Bühnenstück „Der Junge in der letzten Reihe“ nannte, reizte François Ozon die Sichtweise des Schülers, der in der letzten Bank, aus sicherer Entfernung, im Rücken seiner Mitschüler, seltsame, psychologisch abgründige Gedanken entwickelt. Daraus entwickelt Ozon seine Lieblingsthemen: Verführung, Manipulation und schließlich Verrat. Die Frage nach der Verantwortung seines eigenen Schaffens, stellt sich selbst dem Kinogänger im Laufe der Geschichte. Hier verlieren Autor und Leser ihre Unschuld, und der Kinogänger gleich mit. Die Geschichte zieht einen in den Bann, dem auch der Lehrer mit seiner Frau verfällt.

Die Handlung, die sich wie eine Schlinge immer enger um den Hals zieht, spürt man als Zuschauer nicht minder. Am Ende fühlt man sich wie der ertappte Voyeur, der zu weit gegangen ist. In ihrem Haus ist ein Film, der keine guten Gedanken hinterlässt und gleichzeitig großes Autorenkino ist. Wie François Ozon weiter arbeiten wird, kann keiner wirklich vorhersagen. Hoffentlich produziert er mehr solche psychologisch vielschichtigen Filme und überlässt die französischen Musicalkomödien anderen Regisseuren. Als Vorbereitung zum weihnachtlichen Familien-Psycho-Events eignet sich dieser Film hervorragend, aber bitte nicht umsetzen, ist ja alles nur Fiktion! ■ bh

OT: Dans la Maison
F 2012
Drama
FSK: 12
101 min

mit
Fabrice Luchini (Germain) Stephan Schwartz
Ernst Umhauer (Claude Garcia) Maximilian Artajo
Kristin Scott Thomas (Jeanne Germain) Traudel Haas
Emmanuelle Seigner (Esther Artole) Christin Marquitan
Denis Ménochet (Rapha Artole sr.)
Bastien Ughetto (Rapha Artole jr.)
u.a.

drehbuch
François Ozon
nach dem Theaterstück „Der Junge in der letzten Reihe“ von Juan Mayorga

musik
Philippe Rombi

kamera
Jérôme Alméras

regie
François Ozon

produktion
Mandarin Cinéma
Mars Films
France 2 Cinéma
FOZ
Canal+
Ciné+
France Télévision
La Banque Postale Images 5
Cofimage 23
Palatine Étoile 9
Région Ile-de-France

verleih
Concorde

Kinostart: 29. November 2012

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29.11.2012 | mz |
Kategorien: ohne