Mittwoch, 24. Juli 2019

Maria de Medeiros, François Damiens
© Movienet

Trailer (OV) | IMDb | Filmseite

Ferien am Meer bieten für alle mehr. Willkommen in einer Welt, die Jacques Tati vor über 50 Kinojahren schon so liebevoll etablierte. In den Ferien muss man nicht reden, und so gibt es in diesem etwas anderen Sommerfilm auch keine Dialoge.

Da ist der Mann, der gerne am Strand seinen Drachen steigen lässt. Der Drachen entgleitet ihm, steigt in die Lüfte und nimmt die Halskette seiner Begleiterin mit auf Reisen. Um sie wieder einzufangen, müssen die beiden durch ein Camp voller Nudisten…

Unterdessen vergnügen sich die Ehepartner der beiden im Hotelzimmer. Dabei dienen Erdbeeren und Schlagsahne als erotisches Naschwerk. Etwas härter und mit einer Vorliebe für SM-Spiele geht es in einem Nebenzimmer zu. Dumm nur für den männlichen Sklaven, dass seine blonde Domina ihn mit Handschellen gefesselt im Bett liegen lässt. Danach braust sie mit seinem roten Cabriolet und seinem Geld davon.

In der beschaulichen Kleinstadt am Meer treiben auch ein grüner und ein orangefarbener Hobbygolfer ihr Unwesen. Mit nur einem Golfball befördern sie einen Hasen ins Jenseits und zerschießen die Asche einer Urne während einer Bestattung. Auch Waisen, Witwen, Punkerinnen mit großen Hunden, eine ganze Familie und ein gemütliches wohlbeleibtes Pärchen finden sich ein für die Ferien am Meer.

Aber irgendwann sind auch die schönsten Ferien passé, es geht zurück nach Hause…und für die meisten Protagonisten zurück in die Bürgerlichkeit. Aber der Mann, der den Drachen steigen ließ, küsst am Ende doch die Frau, die er wirklich liebt!

Mit viel Esprit, einer Prise schwarzem Humor, erotischem Naschwerk und etwas schmutzigem Sex garniert der bekannte französische Zeichner, Autor und Regisseur Pascal Rabaté seine burleske Sommerkomödie Holidays by the Sea. Die Zeiten sind schriller und bunter geworden seit Jacques Tati und seinem Monsieur Hulot. Heute sind Ferien anders. Eine kleine, beschauliche Stadt wird von Nudisten, Punkerinnen, durchgeknallten Golfern, Witwen und Waisen geentert. Aber auch spießige Familien, Otto Normalverbraucher und pubertierende Teenies machen Ferien am Meer.

„Der Barcode wird immer senkrecht angebracht, weil die horizontalen Striche dazu neigen sich zu vergrößern. Das muss man wissen, das ist alles.“
(Pascal Rabaté)

Nachdem der Stummfilm mit ►The Artist neu zelebriert wurde, kehrt nun die ähnlich wirkende Erzählkraft der Bilder ohne Dialoge im Stil von Jacques Tatis Filmen zurück auf die Leinwand. Mit herrlich karikierten Figuren inszenierte Pascal Rabaté seinen Blick auf den Sommer am Meer, mal lustig, mal sentimental und stets mit einem Augenzwinkern zur Realität. Bitte mehr davon! ■ mz

OT: Ni à vendre ni à louer
F 2011
Komödie
FSK: 12
75 min
ohne Dialoge

mit
Jacques Gamblin (Monsieur Drachensteiger)
Maria de Medeiros (Madame Halskette)
François Damiens (Monsieur Erdbeere)
François Morel (Zeltmann)
Dominique Pinon (Wohnwagenmann)
Arsène Mosca (Der Supermarktverkäufer)
Marie Kremer (Die Waise)
Chantal Neuwirth (Die Witwe)
Catherine Hosmalin (Frau Häuschen)
Charles Schneider (Herr Häuschen)
Gustave de Kervern (Grüner Golfer)
Vincent Martin (Orangener Golfer)
Stéphanie Pillonca (Madame Schlagsahne)
David Salles (Vertreter SM)
Patricia Franchino (Domina SM)
Frank Cimière (Bestatter)
u.a.

musik
Alain Pewzner

kamera
Benoît Chamaillard

drehbuch
Pascal Rabaté
Scop

regie
Pascal Rabaté

produktion
Loin Derrière L’Oural
Canal+
CinéCinéma
Cinémage 5
Conseil Régional des Pays de la Loire
Centre National de la Cinématographie (CNC)

verleih
Movienet

Kinostart: 5. Juli 2012

http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fangelonemedia-21%2F8003%2F6ebde49c-c492-449b-80d1-28a363a42bbd&Operation=GetDisplayTemplate Amazon.de Widgets

07.07.2012 | mz |
Kategorien: ohne