Dienstag, 23. Juli 2019

Michael Peña, (Officer Mike Zavala), Jake Gyllenhaal (Officer Brian Taylor)
© Tobis

zur IMDb (function(d,s,id){var js,stags=d.getElementsByTagName(s)[0];if(d.getElementById(id)){return;}js=d.createElement(s);js.id=id;js.src=“http://g-ec2.images-amazon.com/images/G/01/imdb/plugins/rating/js/rating.min.js“;stags.parentNode.insertBefore(js,stags);})(document,’script‘,’imdb-rating-api‘); | Trailer | Filmseite | Beitrag teilen var a2a_config = a2a_config || {}; a2a_config.linkurl = „http://www.screenmagazin.com/post/39137269448/“; a2a_config.locale = „de“; a2a_config.color_main = „333“; a2a_config.color_border = „966“; a2a_config.color_link_text = „fff“; a2a_config.color_link_text_hover = „F63“; a2a_config.color_bg = „000“; a2a_config.color_arrow = „fff“; a2a_config.prioritize = [„facebook“, „twitter“, „google_buzz“, „email“]; http://static.addtoany.com/menu/page.js

Die Stadt der gefallenen Engel spielt immer die Hauptrolle im Kino des David Ayer. Wie kaum ein anderer Filmemacher erforscht er die dunkle Seite von Los Angeles. Seine Drehbücher und Regiearbeiten erzählen von jenen Gegenden, in denen der Ausnahmezustand längst zur Regel geworden ist. Mal herrscht Krieg in den Reihen des LAPD, wie in Training Day, Dark Blue oder Street Kings. Und mal geht es um den Alltag ganz unten, wie in The Fast and the Furious oder Harsh Times. Der Titel von Ayers Regiedebüt Harsh Times könnte generell als Überschrift fungieren: Es sind harte Zeiten da draußen, fernab von Hollywoods Traumfabrik und der Glitzerwelt von Beverly Hills, und nicht selten geht es hier um Leben und Tod.

End of Watch (womit man einen jeden Polizeibericht abschließt), Ayers dritte Regiearbeit, schließt nahtlos an diesen LA-Zyklus an. Wieder geht es um Cops und Gangster, um die Mechanismen der Polizeiarbeit und die Gesetze der Straße. Doch für die Geschichte der beiden jungen Streifenpolizisten Brian Taylor und Mike Zavala wählt Ayer einen ganz neuen Ansatz.

Sämtliche Klischees des Genres bleiben diesmal außen vor. Es geht also nicht um Korruption, nicht um die Internal Affairs, nicht um die üblichen Streitigkeiten und Scharmützel innerhalb der Polizei. Stattdessen verfolgt Ayer einen knallharten Realismus: Er zeigt den Polizeialltag, wie man ihn so noch nie im Kino gesehen hat.

Taylor und Zavala sind weder Helden noch Schurken: Sie machen ganz einfach ihren Job. Ihr Einsatzgebiet ist South Central Los Angeles, Polizeiabschnitt Newton, eine der schlimmsten Gegenden der Stadt. Jeden Tag setzen die beiden aufs Neue ihr Leben aufs Spiel, die Gefahr lauert hinter jeder schäbigen Ecke.

Afroamerikaner und Latinos liefern sich brutale Bandenkriege, und es wird mit allem gedealt, womit sich ein Geschäft machen lässt – Drogen, Waffen, Menschen. Taylor und Zavala müssen stets mit allem rechnen. Aber manchmal werden sie auch nur wegen nächtlicher Ruhestörung gerufen. Oder weil eine Crack-Mutter ihre Babys vermisst, die sie selbst in den Schrank gesperrt hat.

Aber Taylor und Zavala sind ein perfekt eingespieltes Team und kennen das Terrain. Sie machen einen guten Job – und ein Späßchen zwischendurch kann auch nicht schaden. Taylor hat nebenbei ein Videoprojekt laufen und dokumentiert alles, was ihm vor die Linse kommt. Sogar an der Brusttasche seiner Uniform installiert er eine Minikamera.

Als die beiden eher zufällig einen Drogenkurier festnehmen und dann ein größeres Depot ausheben, kommen sie einem mexikanischen Kartell in die Quere. Die Drogenbosse wollen Taylor und Zavala so schnell wie möglich loswerden und setzen die Gang von Big Evil auf sie an. Alles läuft auf eine blutige Konfrontation hinaus…

Heraus kommt ein innovativer, moderner Look, der viel mit der neuen Internetästhetik gemein hat, die wir von YouTube-Videos kennen: dreckig, ungeschönt und dabei extrem lebendig und authentisch. Man glaubt fast, mit den beiden Cops im Streifenwagen zu sitzen! Eher beiläufig und beinah unmerklich kristallisiert sich aus den beklemmenden, überra-schend oft aber auch sehr witzigen Impressionen vom Brennpunkt L.A. eine raffiniert konstruierte Story heraus.

Seine ungeheure Glaubwürdigkeit verdankt der Film nicht zuletzt den beiden Hauptdarstellern: Jake Gyllenhaal und Michael Peña verschmelzen auf schier unglaubliche Weise mit ihren Rollen, scheinbar mühelos gelingt es ihnen, die Professionalität vieler Dienstjahre mit jugendlichem Ungestüm zu verbinden, und gemeinsam als eingespieltes Team zu wirken, bei dem alles über Erfahrung und Vertrauen läuft. Sie sind ehrgeizig, aber nicht verbissen, mutig, aber nicht heroisch, amüsant, aber nicht albern – echte Cops eben, keine Fantasiefiguren.

Darüber hinaus schafft End of Watch den Spagat, neben dem rauen Polizeialltag auch das Privatleben der Männer zu beleuchten. Während Zavala seit Highschooltagen mit seiner Jugendliebe Gabby verheiratet ist und der Geburt seines ersten Kindes entgegenfiebert, hat Taylor mit der smarten Janet (nach ►Pitch perfect ein weiterer Film mit der knuffigen Anna Kendrick diese Woche im Kino) vielleicht endlich die Frau fürs Leben gefunden.

Besonders bei den Familienfesten zeigt Ayer sehr feinfühlig auch die anderen Seiten seiner Protagonisten, die „normale“ Welt, in der sie sich neben dem Job zurecht finden müssen. Dabei wird deutlich, wie wichtig der Zusammenhalt der Familien für die Cops ist – und wie sehr auch die Polizei von familiären Strukturen lebt, die weit über den Arbeitszusammenhang hinausgehen.

Ayer thematisiert das alles sehr subtil und unaufdringlich. Ihm geht es vor allem darum, eine spannende Actiongeschichte zu erzählen, die ohne Klischees auskommt. Darin zählt für die LA-Cops vor allem eines: die Schicht zu überstehen und am Schichtende mit heilen Knochen nach Hause zu gehen.

Da werden auch schon mal schonungslos Übergriffe gezeigt, wie etwa, als die beiden ihrem Kollegen van Hauser zu Hilfe eilen, dessen Schützling zu Hilfe gerufen hat, ohne genau zu wissen, an welcher Ecke sie sich befindet – wie im richtigen Leben. Da hat dann van Hauser einen Löffel im Auge, den ihm ein bulliger Riese hineingestochen hat. Auch beim Showdown geht Ayers nicht gerade zimperlich mit den beiden Hauptfiguren um, wenn am Ende beide hilflos über den Haufen geschossen werden…

Dass diese Darstellung der Polizisten neu fürs Kino ist, sei unbestritten. Fernsehzuschauer kennen allerdings diese Art der Darstellung bereits aus der Serie Southland, die in den USA bereits in die 5. Staffel geht. Auch dort wird schonungslos das Leben von Streifenpolizisten gezeigt, in der Michael Cudlitz, Ben McKenzie, Regina King und Shawn Hatosy auf den Straßen von Los Angeles für Sicherheit sorgen. Allerdings ist dort die Wackelkamera nicht Teil der Handlung, sondern eher nerviges Stilmittel, das bereits in der Krimiserie NYPD Blue vor 20(!) Jahren für Furore und Kopfschmerzen sorgte.

David Ayers vorangegangene Arbeiten hatten sich auf kriminelle oder korrupte Cops konzentriert. Inzwischen hatte er aber viele Freunde bei der Polizei und wusste, wie es dort in Wirklichkeit abläuft. In seinem neuen Skript nun wollte er schildern, wie ihr Job tatsächlich ist. »Das ist das Seltsame am Cop-Genre – wir haben noch nie gesehen, was sie tatsächlich tun«, erklärt Ayer. »Wir wissen bloß, wie Hollywood sich ihre Arbeit vorstellt. In jedem zweiten Cop-Film gibt es zum Beispiel eine Szene, in der sich zwei Cops über ihren Zuständigkeitsbereich streiten.«

In früheren Interviews hatte Ayer noch erklärt, korrupte Polizisten seien für ihn die interessantesten Figuren in Cop-Filmen. Dank End of Watch denkt er über dieses Thema inzwischen anders: »Ich habe mir damit selbst und anderen bewiesen, dass das so nicht stimmt.« Für Ayer lag der Schlüssel in der Kombination aus den Gefahren des Polizeialltags und dem Bemühen, zu Hause eine ganz normale Beziehung führen zu können.

»Diese Typen sind tagtäglich mit Chaos und Gewalt konfrontiert und erleben extreme psychologische Situationen, und danach gehen sie nach Hause und müssen sehen, dass sie ihre Beziehung am Laufen halten. Wer so etwas erfolgreich vereinen kann, ist für mich eine faszinierende Person.«

End of Watch hat die Unmittelbarkeit eines Dokumentarfilms. Ayers Konzept setzt voll auf eine ganz intuitive Erzählweise, die den Zuschauer mitten ins Geschehen katapultiert. »Für mich ging es vor allem um die richtige Perspektive«, sagt Ayer. »Es soll sich anfühlen wie ein YouTube-Video – man soll spüren, dass es um die Realität geht. Dieser Film ist in vielerlei Hinsicht wie eine Mischung aus YouTube und Training Day

Gehen Sie also mit auf Streife und erleben Sie, was in South Central so alles los ist! Fahren Sie als Fliege auf der Windschutzscheibe mit und beobachten Sie die beiden Cops bei ihrer Arbeit (und ihren privaten Zusammentreffen)! Der dokumentarische Stil verleiht dem Film eine gewisse Authentizität, auch wenn die einzelnen Personen der Handlung (als auch diese selbst) frei erfunden sind. Die Wackelkamera nervt anfangs zwar ein wenig, doch wird sie oft durch still haltende Überwachungskameras unterbrochen, damit man keine Kopfschmerzen bekommt. Ende der Schicht. ■ mz

OT: End of Watch
USA 2012
Krimi/Drama
FSK: 16
109 min

mit
Jake Gyllenhaal (Officer Brian Taylor) Marius Clarén
Michael Peña (Officer Mike Zavala) Tobias Müller
Anna Kendrick (Janet) Anne Helm
Natalie Martinez (Gabby) Tanya Kahana
Frank Grillo (Sarge) Thomas Nero Wolff
America Ferrera (Officer Orozco) Magdalena Turba
Maurice Compte (Big Evil) Thomas Petruo
Richard Cabral (Demon) Ozan Ünal
Yahira Garcia (LaLa) Anja Stadlober
Cody Horn (Officer Davis) Ghadah Al-Akel
David Harbour (Officer Van Hauser) Peter Flechtner
Jaime FitzSimons (Captain Reese)
u.a.

drehbuch
David Ayer

musik
David Sardy

kamera
Roman Wasjanow

regie
David Ayer

produktion
Exclusive Media
EFF-Hedge Fund Films
Le Gribsi
Crave Films
Envision Entertainment Corporation

verleih
Tobis

Kinostart: 20. Dezember 2012

http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2Fangelonemedia-21%2F8003%2F21c1f9b4-d28d-4064-bb54-98e234b20d67&Operation=GetDisplayTemplate Amazon.de Widgets

20.12.2012 | mz |
Kategorien: ohne