Mittwoch, 22. Mai 2019

✝ Andy Griffith


Sein Gesicht wird für immer mit seiner prominentesten Serienrolle verbunden bleiben: Von 1986 an war Andy Griffith im TV-Dauerbrenner Matlock zu sehen. Neun Jahre verkörperte er den Anwalt aus Atlanta, insgesamt wurden 195 Folgen produziert. Statt auf Action setzte er als bedächtiger Strafverteidiger auf altmodisches, aber sympathisches Gerichtsfernsehen.

Griffith gehörte zu den bekanntesten Schauspielern des US-Fernsehens, mit ihm sind ganze Generationen aufgewachsen. Seine Andy Griffith Show aus den Sechzigern, in der er einen Kleinstadtsheriff spielte, ist in den USA eine Art nationales Kulturgut. Die Zuschauer identifizierten sich in den 1960er Jahren mit Sheriff Taylor, seinem Sohn Opie (Ron Howard), Tante Bee (Frances Bavier), Deputy Barney Fife (Don Knotts), Gomer Pyle (Jim Nabors), Goober Pyle (George Lindsey) und der ganzen Stadt von Mayberry.

In den USA kennt man den Südstaatler, der in North Carolina aufwuchs und nun auch starb, auch als Countrysänger. 2008 hatte Griffith einen Gastauftritt in dem Videoclip für den Song „Waitin’ on a Woman“ des Countrysängers Brad Paisley. Vor sieben Jahren hatte ihm der damalige US-Präsident George W. Bush die „Presidential Medal of Freedom“ überreicht, die höchste Auszeichnung der USA für Zivilisten.

Eigentlich hatte Griffith Priester werden wollen. Im Studium aber entdeckte er sein Schauspieltalent. Mehrmals stellte er die Rolle des Sir Walter Raleigh in dem Klassiker „The Lost Colony“ (Die verlorene Kolonie) dar.

Griffith begann seine Karriere als Bühnenkomiker. Sein erster Erfolg war eine 1953 live aufgezeichnete Geschichte mit dem Titel „What it was, was football“ („Was es war, war Football“). Sie handelte von einem Landjungen und seinem ersten Footballspiel, über die „großen orangefarbenen Getränke“ und die Jungs, die rauf und runter laufen auf der Kuhweide in „dem schrecklichsten Kampf, den ich jemals sah“ und „diesen quirligen Mädchen, die diese winzigkleinen Röcke tragen, und herumtanzen“. Die Single „What it was, was Football“ kam im Januar 1955 erstmals in die US-Singlescharts und erreichte Platz 9.

1954 ging er an den Broadway und trat in dem Theaterstück „No Time for Sergeants“ („Keine Zeit für Unteroffiziere“) auf, das von einem Landjungen in der Air Force handelt. 1959 wurde das Stück verfilmt und war außerdem die Vorlage für die spätere Fernsehserie Gomer Pyle, U.S.M.C..

1957 hatte Griffith sein Kinodebüt in dem Film Ein Gesicht in der Menge. Ein weiteres Mal spielte er den Jungen vom Land und einen Entertainer, der als Psychopath sein trottelhaftes Auftreten dazu nutzt, politische Macht zu erlangen. Dieser Film zeigte Griffiths Talent als dramatischer Schauspieler. Der Film von Elia Kazan setzte sich kritisch mit dem damals noch jungen Medium Fernsehen auseinander und zeigte bereits damals dessen Möglichkeiten zur politischen Beeinflussung.

Griffith selbst war die Vorlage für die Hanna-Barbera Zeichentrickfigur Huckleberry Hound in der Zeichentrickserie Hucky und seine Freunde, die zum ersten Mal 1958 im Fernsehen zu sehen war. Nach dem Ende seiner Show 1968 war Griffith in verschiedenen Serien zu sehen, die allerdings nicht so erfolgreich waren.

Ende der 80er Jahre zwang ihn sein labiler Gesundheitszustand, seine Auftritte vor der Kamera und der Bühne zu reduzieren. Wie der Nachrichtensender WITN am Dienstag mitteilte, starb Andy Griffith am Dienstag in seinem Haus in Roanoke Island an der Küste von North Carolina. Er wurde 86 Jahre alt.

geburtsname:
Andy Samuel Griffith

geboren:
1.6.1926

gestorben:
3.7.2012

beruf:
Schauspieler

todesursache:
Herzversagen

bekannte Werke:
The Andy Griffith Show
Colorado Saga
Matlock
Agent 00 – Mit der Lizenz zum Totlachen
Jennas Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept

Wikipedia | IMDb

03.07.2012 | mz |
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