Montag, 20. Mai 2019

✝ Ernest Borgnine


Schauspieler Ernest Borgnine ist tot. Der Oscar®-Preisträger starb nach Angaben seines Sprechers am Sonntag im Alter von 95 Jahren an Nierenversagen. Seine Familie sei bei ihm in Los Angeles gewesen. Einen seiner letzten Auftritte hatte er Anfang des Jahres: Das Studio Paramount hatte zu seinem 100. Geburtstag mehr als 100 Schauspiellegenden versammelt, darunter auch Borgnine. Er war der zweitälteste nach Kirk Douglas.

Borgnine kam erst spät zur Schauspielerei. 1917 geboren, ging er als junger Mann zunächst zur Marine und blieb zehn Jahre. Für nichts in der Welt würde er diese Zeit eintauschen, hat er später einmal gesagt. Erst 1945 quittierte Borgnine den Dienst und besuchte anschließend in Hartford die Randall Schule für dramatische Kunst. Er trat am New Yorker Broadway auf und ging 1950 mit einer amerikanischen Theatertruppe auf eine Europatournee. Danach spielte er wieder am Broadway und im Fernsehen. Seine Spezialität: abstoßende, harte, gefühllose Männer.

Der Durchbruch gelang ihm 1953 ausgerechnet mit der Rolle eines Marinesoldaten. Borgnine spielte Sergeant Fatso Judson in dem Pearl-Harbor-Drama Verdammt in alle Ewigkeit. Zwei Jahre später trat er dann in dem Film Marty auf – nicht als Fiesling oder Draufgänger, sondern als gutmütiger Fleischergeselle, der mit Mitte 30 noch bei seiner Mutter wohnt. Für diese Leistung bekam er den Oscar® als bester Schauspieler.

Jüngere Zuschauer kennen Borgnine als Dominic Santini in der 80er-Jahre-Serie Airwolf. Und auch die jüngsten haben von ihm zumindest gehört: In der Originalversion der Trickfilmserie SpongeBob Schwammkopf sprach er den dicken Mermaid Man. Borgnine wurde oft gefragt, was das Geheimnis seines langen Lebens und seiner Kraft sei. Als er 91 war, wollte er sein Geheimnis in einer Talkshow zunächst nicht verraten. Dann beugte er sich aber doch vor und flüsterte dem Gastgeber in Ohr und Mikrofon: »Ich masturbiere viel.«

Insgesamt tauchte „Hollywoods charismatischer Nebendarsteller“ in rund 140 Filmen auf. Fünf Mal war Borgnine verheiratet. Seine Ehe mit der Schauspielerin und Sängerin Ethel Merman hielt 1964 gerade 32 Tage. »Lerne etwas über das Leben, und dann lerne dein Handwerk. Und trage keine Sonnenbrille auf der Leinwand, weil du das für cool hältst. Die Augen sind das größte Kapital eines Schauspielers«, sagte Borgnine 2007.

Sein bulliges Gesicht mit den buschigen Augenbrauen und der unverwechselbaren Lücke zwischen den Schneidezähnen hatte ihn häufig auf Schurkenrollen in Western und Gangsterfilmen festgelegt. Ab den 1980er-Jahren wirkte er auch in einigen deutschen Produktionen mit und stand zum Beispiel 1993 für Tierärztin Christine gemeinsam mit Uschi Glas, Hans Clarin und Martin Semmelrogge vor der Kamera.

2009 erhielt er für seinen Gastauftritt als Paul Manning in der letzten Episode „And In The End“ der Serie Emergency Room – Die Notaufnahme seine dritte Emmy-Nominierung. Auf dem Hollywood Walk of Fame besitzt er einen Stern der Kategorie Film bei der Adresse 6324 Hollywood Boulevard.

geburtsname:
Ermes Effron Borgnino

geboren:
24.1.1917

gestorben:
8.7.2012

beruf:
Schauspieler

todesursache:
Nierenversagen

bekannte Werke:
Verdammt in alle Ewigkeit
Marty
McHale’s Navy
Das dreckige Dutzend
Eisstation Zebra
The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz
Poseidon Inferno
Future Cop
Convoy
Die Klapperschlange
Young Warriors
Airwolf
Die letzten Tage von Pompeji
Geheimcode: Wildgänse
Charlie – Ein himmlischer Held
Ein Single kommt immer allein
Gattaca
Die letzte große Fahrt
Blueberry und der Fluch der Dämonen
R.E.D. – Älter. Härter. Besser.
SpongeBob Schwammkopf

Wikipedia | IMDb

09.07.2012 | mz |
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