Montag, 20. Mai 2019

Robert Pattinson
© Falcom Media

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Interview mit David Cronenberg
Interview mit Robert Pattinson

Eric Packer ist ein reicher, gewissenloser und zynischer Spekulant der New Economy. Er träumt von hartem Sex und geilt sich an riskanten Termingeschäften auf. Unterwegs in einer Limousine zu einem Friseurtermin, führt ihn sein Weg durch die 47.Straße quer durch Manhattan. Das Herz von New York steht an diesem Frühlingstag im April 2000 kurz vor dem totalen Kollaps. Der amerikanische Präsident ist in der Stadt, gewalttätige Globalisierungsgegner demonstrieren und der Sufi-Rapper Brutha Fez wird unter großer Anteilnahme seiner Anhänger zu Grabe getragen.

Mitten durch dieses Chaos schleicht Packer mit seinen Leibwächtern und Sicherheitsbeamten, seiner Frau, seiner Liebhaberin, und seinem Leibarzt im Schritttempo voran, ohne wirklich vorwärts zu kommen – und am Ende seiner 24stündigen Odysee durch Manhattan verliert er viel mehr…

Cosmopolis ist nicht wirklich ein Film fürs Kino. Für die gängigen Pattinson-Fans ist der Film total langweilig und viel zu intellektuell. Auch die Kameraführung und der Ton, insbesondere die Synchronisation (was mangels Originalmaterial schlecht einzuschätzen ist), können nicht das Format Kino hervorheben. Der Film spielt größtenteils in einer Limousine, im Taxi und in anderen Räumen und ist eher ein Kammerspiel mit verschiedenen Kammern.

Die Geschichte an sich ist schon recht anspruchsvoll, besonders was die Nerven angeht. Es geht viel um Geld, Finanzen und Politik. Man könnte auch von einem gewissen Endzeitszenario reden, das Cronenberg bzw. DeLillo beschreiben. Doch das Ganze ist eher fürs stille Kämmerlein gemacht als wenn man im Kino zu Begeisterungsstürmen gereizt würde. Der Film erinnert an eine billige 1990er VHS-Premiere eines C-Movies mit fader Synchronisation als auch spärlichen Tönen generell – von Musik kaum zu reden.

Robert Pattinson spielt die Hauptrolle, kann jedoch wahrscheinlich niemanden für sich gewinnen, was vielleicht auch an der Figur liegen mag, die er spielt. Größte Sympathiepunkte sammelt hier der gegen den Strich besetzte Kevin Durand (Real Steel – Stahlharte Gegner, LOST, Smokin’ Aces) als sein Leibwächter. Durand spielte bislang eher miese Typen, die zwar einen hohen Erinnerungswert haben, aber sich dennoch stets negativ auf die handelnden (Haupt-)Figuren ausgewirkt hatten. Umso mehr tut es dem Zuschauer weh, dass es diesmal genau umgekehrt ist.

Auch alle anderen hochkarätig besetzten Nebenfiguren, die Packer auf seinem Trip trifft, sind charismatischer als die Hauptfigur. Somit dürfte dieser Film garantiert Pattinsons Charme entgegenwirken, den er mit den Twilight-Filmen mühsam aufgebaut hatte… ■ mz

OT: Cosmopolis
CDN/F 2012
Drama
FSK: 12
112 min

mit
Robert Pattinson (Eric Packer) Johannes Raspe
Juliette Binoche (Didi Fancher) Christin Marquitan
Sarah Gadon (Elise Shifrin) Esra Vural
Kevin Durand (Torval) Dennis Schmidt-Foß
Mathieu Amalric (André Petrescu) Olaf Reichmann
Jay Baruchel (Shiner) Konrad Bösherz
Samantha Morton (Vija Kinsky) Marie Bierstedt
Paul Giamatti (Benno Levin)
K’Naan (Brutha Fez)
Emily Hampshire (Jane Melman)
u.a.

musik
Howard Shore

kamera
Peter Suschitzky

drehbuch
David Cronenberg
nach dem Roman von Don DeLillo

regie
David Cronenberg

produktion
Alfama Films
Prospero Pictures
Kinology
France 2 Cinéma
Talandracas
Téléfilm Canada
Leopardo Filmes
Canal+
Rai Cinema
Radiotelevisão Portuguesa (RTP)

verleih
Falcom Media

Kinostart: 5. Juli 2012

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05.07.2012 | mz |
Kategorien: ohne