Donnerstag, 22. August 2019

Addison und Liza müssen sich getrennt bis zur kanadischen Grenze durchschlagen.
© StudioCanal

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Addison und seine Schwester Liza sind nach einem Casino-Überfall auf der Flucht im verschneiten Nirgendwo von Michigan. Nach einem Autounfall beschließen sie, sich zu trennen. Mitten in einem Blizzard wird Liza von Jay aufgelesen, der, gerade aus dem Gefängnis entlassen, zum Haus seiner Eltern Chet und June unterwegs ist.

Zur gleichen Zeit schlägt sich Addison zu Fuß durch und hinterlässt eine blutige Spur, unberechenbar und gewaltbereit, eine Gefahr auch für Sheriff Becker und dessen Tochter, Hilfssheriff Hanna. Auch Addison führt der Weg zum Haus von Chet und June, die sich nichtsahnend auf das Thanksgiving-Wochenende vorbereiten.

Pünktlich zum Thanksgiving-Wochenende, einer Tradition, die hierzulande nicht so verbreitet ist, startet der Thriller in unseren Kinos. Ein verschworenes Geschwisterpaar auf der Flucht. Ein ehemaliger Sträfling, der zu seiner entfremdeten Familie heimkehrt. Und die Tochter eines Sheriffs, der sie straft für ihren Mut. Brillant verwebt der österreichische Regisseur Stefan Ruzowitzky, Oscar®-prämiert für Die Fälscher, diese drei Geschichten zu einem hochspannenden und charakterstarken Krimi im Stil eines modernen Westerns, der über einige eisige Tage vor Thanksgiving erzählt wird, an denen sich der Schnee vielfach mit Blut rot färbt.

Ruzowitzkys US-Debüt überzeugt dabei nicht nur mit einer kraftvollen und vielschichtigen Story, sondern auch mit einem herausragenden Schauspielerensemble. Dass er ein Gespür für Thriller hat, bewies er bereits in seinen beiden souverän inszenierten Anatomie-Filmen, die ein Millionenpublikum erreichten. Jetzt drehte er erstmals in Amerika und sogleich mit Hollywoodgrößen wie Sissy Spacek und Kris Kristofferson.

»Mich hat die Obsession der Amerikaner von Familien immer amüsiert«, sagt der Regisseur, »weil es dieses Idealbild der perfekten Familie gibt, und dann doch jeder mehr oder weniger frustriert scheint von den lieben Verwandten. Aber vielleicht sind die Ansprüche einfach zu hoch, die wir an unsere Liebsten stellen, denn natürlich hat jeder Geheimnisse und Schwächen.

Darum gefiel mir am Cold Blood-Skript auch besonders, dass es alle Klischees vermeidet. Ich sehe Jay jedenfalls nicht als Helden, Addison nicht als Schurken und Liza nicht als Geliebte. Sondern jede dieser Figuren ist ein Protagonist der eigenen Geschichte – bis diese Stories unvermeidlich ineinander krachen müssen.«

Der gebürtige Australier Eric Bana kennt sich aus mit Minusgraden. Nach Wer ist Hanna? durfte er erneut in eisiger Kälte agieren, diesmal an der kanadischen Grenze. Als ganzer Kerl schweigt er sich jedoch über das Thema aus und lenkt die Aufmerksamkeit auf Kollegin Olivia Wilde, die davon ein Lied singen kann:

»Bei Minusgraden hing ich kopfüber in einem kurzen Kleid aus einem umgestürzten Auto und war nur geschockt vor Kälte und Erschöpfung. Glücklicherweise hatte ich Eric als Drehpartner, der mich als ehemaliger Komiker durchgehend zum Lachen brachte. Er ist wie ein Scharfschütze, wenn er erst mal anfängt mit den Gags. Und spielt im nächsten Moment diesen eiskalten Killer.«

»Ich studierte das Stockholm-Syndrom und redete mit Opfern innerfamiliärer Gewalt«, beschreibt die Schauspielerin die Vorbereitung auf ihre Rolle der Liza. »Manches bleibt unausgesprochen zwischen Liza und ihrem Bruder, doch man spürt in ihrer Beziehung auch den Unterton einer merkwürdigen, beide verfolgenden Sexualität. Auf gewisse Weise ist sie eine Gefangene, die sich komplett auf Addison verlässt. Und sie liebt ihn deshalb auf leidenschaftliche, komplexe Weise. Er ist Bruder, aber auch Wächter, Liebhaber und Retter.«

»Mein Agent dachte zuerst, mich würde der Part des Jay interessieren«, erzählt Eric Bana über seine Rolle. »Doch mich faszinierten sofort die Gefährlichkeit und Komplexität Addisons. Er ist ein komplizierter, schwer angeknackster Typ, der seine Schwester und sich nur an der Oberfläche unter Kontrolle hat, doch im Verlauf der Story verliert er seine Selbstsicherheit und wir müssen erkennen, dass er nicht so stark ist, wie er es sich vielleicht selbst glauben machte. Irgendwann funktionieren seine Entschuldigungen nicht mehr. Er denkt, seine Brutalität legitimieren zu können, so lange er damit das kleine Mädchen Liza beschützt – doch was wird aus ihm, wenn sie fliehen will vor dieser ewigen, gefährlichen Umarmung?«

Treat Williams, der als Sheriff auch den grimmigen Vorgesetzten seiner Tochter darstellt, sieht in Cold Blood »alle Elemente eines klassischen Western… Wenn man die Schneemobile durch Pferde ersetzt und am Ende die Figuren zusammen kommen, hat man eine klassische Schießerei wie am OK Corral. Durch den Schneesturm abgeschnitten von der Außenwelt fühlt es sich an wie nach einer Zeitreise. Wir sind wieder draußen im unwegsamen Land, wo der nächste Nachbar einen Tagesritt entfernt lebt.«

»Cold Blood hat tatsächlich etwas von einem Western«, sagt auch Regisseur Stefan Ruzowitzky, »nicht nur hinsichtlich der Plot-Elemente, sondern auch in Bezug auf die stilistische Herangehensweise. Wir nutzten viele Totalen, um die Landschaft und das Wilde der Natur zu zeigen. Ich war immer der Ansicht, dass die Figuren in Western mit der Landschaft interagieren und zu einem ihrer Teile werden. Und auch die Figuren aus Cold Blood sind wie hineingewachsen in ihre Umwelt.«

»Wir haben uns dann dafür entschieden, auf 35mm und nicht digital zu drehen«, erklärt Produzent Gary Levinsohn, »weil man mit Weiß noch immer Probleme beim digitalen Filmen bekommen kann. Die Kontraste sind extrem, doch wenn man mit Schnee dreht, darf das Bild durch reflektierendes Licht nicht zu aufgeblasen werden. Außerdem: Cold Blood ist eine klassische Story – und sie verdient auf klassische Weise in einem klassischen Medium erzählt zu werden. Wir haben Sequenzen, die von einer Totalen zu einer noch größeren Totalen zu einer Supertotalen schneiden. Ich finde das wunderbar. Weil alles immer auch ins kleine Fernsehen passen soll, erzählt Hollywood viel zu viel mit Nahaufnahmen.«

»Allerdings ist es ziemlich frustrierend, im Schnee zu drehen«, gibt Szenenbildner Paul Austerberry zu bedenken. »Die Fläche frisch zu halten ist zeitaufwendig bei fünfzig Crewmitgliedern und den vielen Umbauten. Oftmals behilft man sich mit Eismaschinen. Es ist teuer, wenn man wie für einen Cocktail gigantische Eisblöcke durch den Häcksler jagt. Am Ende hat man zwar feines, sehr schönes Eis zum Streuen. Aber die Maschinen sind schwer an entlegene Drehorte zu bringen und es dauert immer ewig, um Fußspuren zu bedecken… Schnee ist hart als Drehort.«

Doch die harte Arbeit hat sich gelohnt. Herausgekommen ist ein zwar brutaler, aber dennoch anspruchsvoller Thriller – die Sorte, die auf Filmfestivals aufgeführt wird. Und in der Tat hatte der Film seine Premiere auf dem diesjährigen Tribeca Film Festival. »Der Schlüssel zu guter Schauspielerei oder gutem Filmemachen«, so Stefan Ruzowitzky abschließend, »ist das Authentische und das Wahrhaftige. Das Publikum möchte sich mit den Protagonisten identifizieren, doch das geht nur, wenn sie ehrlich gezeichnet sind. Das ist definitiv das Ziel jedes Filmemachers und das war mein Ziel bei Cold Blood

Ein Film, drei parallel laufende Geschichten, viele Identifikationsfiguren, keine Klischees – das ist das Fazit des ungewöhnlichen Familiendramas in der äußert atmosphärisch-bedrohlichen Schneewildnis Michigans. Die wunderbar eingefangene Kälte des Films wird durch die innere und äußere Spannung zwischen den Figuren als auch der Handlung an sich wieder ausgeglichen. Wem das nicht reicht, dem kann hinterher mit einem Heißgetränk geholfen werden. ■ mz

OT: Deadfall
USA 2012
Thriller/Drama
FSK: 16
95 min

mit
Eric Bana (Addison) Benjamin Völz
Olivia Wilde (Liza) Anja Stadlober
Charlie Hunnam (Jay) Daniel Fehlow
Sissy Spacek (June)
Kris Kristofferson (Chet)
Jason Cavalier (Travis) Peter Flechtner
Kate Mara (Hanna)
Treat Williams (Becker) Helmut Gauß
u.a.

drehbuch
Zach Dean

musik
Marco Beltrami

kamera
Shane Hurlbut

regie
Stefan Ruzowitzky

produktion
Magnolia Pictures
StudioCanal
2929 Productions
Mutual Film Company
Madhouse Entertainment

verleih
StudioCanal

Kinostart: 22. November 2012

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22.11.2012 | mz |
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