Montag, 19. August 2019

Thomas Ian Nicholas, Jason Biggs, Seann William Scott, Chris Klein, Eddie Kaye Thomas
© Universal Pictures

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Willkommen an der East Great Falls Highschool! Nach über zehn Jahren kehrt die Abschlussklasse von 1999 zum großen Klassentreffen in ihre Heimatstadt zurück. An diesem längst überfälligen Partywochenende wird die alte Clique herausfinden, wie sich ihr Leben inzwischen verändert hat, dass sich manche Dinge niemals ändern, und dass Zeit und Raum wahrer Freundschaft nichts anhaben können.

Für American Pie: Das Klassentreffen trommelten die Produzenten noch einmal sämtliche Darsteller des Kulthits von 1999 zusammen. Das Duo Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg (Harold & Kumar-Filme) hat die Regie übernommen und auch selbst das Drehbuch beigesteuert – zwei erklärte Fans der Kultreihe, für die ein Traum wahr wird. Neben Paul Weitz, Regisseur der ersten beiden Filme, zeichnen Jason Biggs und Seann William Scott erstmals auch als ausführende Produzenten verantwortlich.

Die Filmemacher waren sich einig, dass man East Great Falls nur gerecht werden konnte, wenn es tatsächlich gelang, die ganze Clique beim Klassentreffen zusammenzubringen. Und so ergriff ein Schauspieler nach dem anderen die Chance, die alten Freunde wiederzutreffen. Zwar waren viele der Schauspieler über die Jahre in Kontakt geblieben, gesehen hatten sich alle zuletzt aber bei American Pie 2.

»Dies ist also unser 13-jähriges Klassentreffen«, witzelt Schlossberg. »Hätten die uns mal vor drei Jahren angerufen, das wäre eine schöne runde Zahl gewesen. Inzwischen sind unsere Schulabgänger über 30. In Teil 1 ging es noch um Teenagerprobleme. Dies ist eine ganz neue Welt für die Clique.«

Um die Story zu entwickeln, mussten Hurwitz und Schlossberg zunächst herausfinden, was in den vergangenen zehn Jahren aus Jim und all den anderen geworden ist und ihre Biografien weiterspinnen. »Jim und Michelle haben wir zuletzt bei ihrer Hochzeit gesehen«, erklärt Hurwitz. »Inzwischen haben sie ein Kind und müssen sich mit typischen Elternproblemen auseinandersetzen – keine Zweisamkeit mehr oder, in ihrem Fall, kein Sex.«

Gleich zu Beginn knüpft der Film an alte Peinlichkeiten an, wenn Jim versucht, sich im Ehebett einen runterzuholen, während Sohnemann im Bett ist und Ehefrau in der Badewanne chillt. Dass diese Aktion in einem Chaos endet, ist natürlich selbstverständlich! »Jason ist unglaublich«, lobt Hurwitz. »Jeder Take sitzt, er ist ein echter Draufgänger. In der Vorbereitungsphase, während wir noch am Skript gefeilt haben, sprachen wir darüber, ob wir ihm nicht noch einen Starauftritt verschaffen können. Also schickte ich ihm eine E-Mail: „Lust, deinen Schwanz zu zeigen?“ Jasons Antwort lautete: „Für einen guten Gag tue ich alles, es muss nur lustig sein.« Und er hat’s getan.«

Hurwitz weiter: »Stifler war in der Highschool voll auf der Höhe. Damals schmiss er die Partys. Heute jobbt er als Zeitarbeitskraft und muss sich von einem Kerl runtermachen lassen, den er zu Schulzeiten fertiggemacht hätte. Er hat keinen Kontakt mehr zu seinen alten Freunden und fühlt sich ganz schön einsam.« Seinen Boss spielt übrigens kein geringerer als Vik Sahay, den viele aus der Kultserie Chuck kennen, wo er als Teil des Buy More Duos „Jeffster“ selbst viel Unsinn getrieben hat.

»Wir haben Seann diesmal noch weiter auf die Spitze getrieben, das war für uns ein besonderer Spaß«, fügt Hurwitz hinzu. »So hat man Stifler noch nie gesehen. Seann schreckt vor nichts zurück. Und diesmal können wir mehr Anteilnahme für Stifler entwickeln. Er wird uns zum Lachen bringen wie kein Zweiter, aber zugleich ist Stifler das Herz dieses Films. Seann hat alles gegeben, man fühlt mit Stifler.«

Alyson Hannigan spielt erneut die sexy Flötistin Michelle, inzwischen Mutter und Ehefrau: »Natürlich ist auch Michelle älter geworden, und ich machte mir Gedanken darüber, wie sich ihre Schrulligkeit auf eine erwachsene Frau übertragen lässt, ohne dass sie immer noch wie ein Schulmädchen wirkt. Aber Jon und Hayden haben ein großartiges Drehbuch geliefert. Da war es nicht schwer, die goldene Mitte zu finden. Michelle ist reifer geworden, aber sie ist immer noch schräg.«

»Oz hat Karriere gemacht«, erzählt Hurwitz. »Er arbeitet jetzt als Sportreporter und ist bei „Celebrity Dance-Off“ angetreten. Er hat eine bildhübsche, aber ziemlich durchgeknallte Freundin und vermisst sein behagliches altes Zuhause. Kevin ist zwar glücklich verheiratet, aber praktisch kastriert: Er ist zur Hausfrau mutiert, die „Frauentausch“ und „Der Bachelor“ guckt. Er braucht dringend Abwechslung, und das Klassentreffenwochenende verspricht genau das. Und Finch… Tja, jeder von uns hat diesen einen Schulfreund, der abgetaucht ist, und du hast keine Ahnung, ob er zum Klassentreffen erscheinen wird. Finch zählte immer zu unseren Favoriten. Er war etwas ganz Besonderes, aus ihm hätte alles werden können.«

Mena Suvari kehrt als Heather zu Oz alias Chris Klein zurück. »Heather wohnt immer noch zu Hause und hat sich auf ihre Karriere konzentriert«, erläutert sie. »Sie arbeitet in der Medizin und geht mit einem Arzt aus. Heather und Oz haben sich auseinandergelebt: Oz bekam ein tolles Angebot und ist nach Kalifornien gezogen. Inzwischen ist er ein erfolgreicher TV-Moderator. Heather hätte gern eine Familie mit ihm gegründet, wollte aber nicht alles aufgeben. Also haben sie sich getrennt, in aller Freundschaft. Trotzdem war es herzzerreißend.«

Suvari stimmt mit ihren Co-Stars überein, dass American Pie ihr Leben verändert hat. »Ich weiß noch, als der Film ins Kino kam: Im Sommer 1999 stand ich in Minneapolis für Sugar and Spice vor der Kamera und war traurig, dass ich die Premiere verpassen musste. In dem Film spielten wir Cheerleader und drehten gerade eine Footballszene vor ein paar tausend Statisten. Und auf einmal hörte ich die Leute rufen: „Chormädchen Heather!“ Ich flippte aus. Dann wollten die Leute auch noch Autogramme von mir – ich war völlig überwältigt.«

Ein weiterer American Pie-Liebling ist die unwiderstehliche Vicky, und Tara Reid schlüpft erneut in ihre Paraderolle. »In Teil 1 war Vicky das liebe Mädchen, mit dem sich jedes Mädchen identifiziert, das den Film sieht. Sie ist diejenige, die dem ersten Mal entgegenfiebert und nur noch darauf wartet, dass ihr Freund sagt: „Ich liebe dich“«, so Schlossberg. »Diese Stimmung wollten wir wieder einfangen. Tara ist larger than life. Sie ist so ein süßes Mädchen. Sie sieht umwerfend aus, und die Arbeit mit ihr war eine Freude.«

»Mir hat es umso mehr Spaß gemacht, weil ich Vicky in- und auswendig kenne«, sagt Reid. »Als würde man sein erstes Paar Jeans wiederfinden und direkt wieder reinschlüpfen. Viele können Vickys Probleme nachempfinden. Nach dem ersten Film kamen Mädchen auf mich zu und erzählten mir von ihrem ersten Mal. Ich habe so viele Geschichten gehört. Und so geht es im Film mit mir weiter: Vicky ist über 30 und lebt in New York. Sie ist Single, hat aber beruflich Erfolg. Beim Klassentreffen sieht sie, wie viele inzwischen verheiratet sind und Kinder haben. Sie hört ihre biologische Uhr ticken und fragt sich: Hätte ich heiraten und lieber hier bleiben sollen? Werde ich jemals heiraten und Kinder kriegen? Die Mädchen, die mit American Pie groß geworden sind, sind jetzt in genau diesem Alter. Vicky hat sich weiterentwickelt, und ich mich mit ihr.«

Thomas Ian Nicholas spielt Kevin, Vickys Highschoolliebe. Er ist Architekt geworden und verbringt seine Freizeit am liebsten mit seiner Frau – vor dem Fernseher, Reality Shows bevorzugt. Die Zusammenarbeit mit Reid war diesmal sogar noch besser, schwärmt Nicholas: »Unser Verhältnis ist inniger, weil wir uns schon so lange kennen. Wir verstehen uns auch ohne viele Worte.«

Auf Wunsch der Regisseure ließ er sich für American Pie: Das Klassentreffen einen Bart wachsen. »Seiner Frau gefiel der allerdings überhaupt nicht«, lacht Schlossberg, betont aber auch, dass das Aussehen der Figuren für den Film nicht zu stark verändert werden sollte. Die American Pie-Fangemeinde sollte ihre Helden so sehen, wie sie sie kennen und lieben. Nur eben ein bisschen erwachsener… Als Stifler, das Erwachsenen-Kryptonit, im Film zur Truppe stößt, steckt er auch sofort seine Finger in Kevins „Gesichtsmuschi“, wie er dessen Bart bezeichnet.

Am Set wurde das Regieduo auch mit reichlich unerwarteten Anfragen konfrontiert. »Sie glauben nicht, wie oft wir Damenunterwäsche aussuchen sollten«, lacht Hurwitz. »Irgendwann wird selbst das fade – genau wie die Frage, welchen Deckel der Topf haben soll, in dem Jasons Penis steckt… Wir zogen uns also in Jasons Trailer zurück und sahen uns allen Ernstes ein „Penis-Schattenspiel“ an, bei dem er sein bestes Stück in verschiedene Richtungen reckte, damit wir den besten Winkel für den Dreh finden.«

Ali Cobrin spielt Kara, die sich in den sexuell frustrierten Jim verguckt (und außerdem in einer ziemlich gewagten Schlüsselszene des Films vorkommt). Als Jim nach Hause kommt, stellt er fest, dass seine neue Nachbarin eine hinreißende 18-Jährige ist. Cobrin witzelt, sie habe zwei Monate lang nichts als einen Tanga am Leib gehabt. Es gehört allemal Mut dazu, sich auf dem Rücksitz eines Mini Coopers zu entblättern. In bewusster Szene kümmert sich Jim um die betrunkene Kara und bietet an, sie nach Hause zu fahren. »Es gab Stunts, Unfälle, wilde Wendemanöver«, erinnert sich Cobrin. »Ich habe in diesem Wagen jede erdenkliche Position durchgespielt – bloß nicht angeschnallt im Sitzen.«

Schlossberg und Hurwitz wussten ja, dass Jims Dad ihm in der Vergangenheit gern Ratschläge erteilt hatte. In diesem Film wird der Spieß umgedreht: Es ist an der Zeit, dass Jims Dad mit Unterstützung seines Sohnes ins Liebesleben zurückkehrt. »Jims Vater hat eine wilde Seite«, sagt Eugene Levy (übrigens der einzige Star, der in sämtlichen American Pie-Filmen mitgewirkt hat!). »Man sieht es seinen karierten Hemden nicht unbedingt an, aber in ihm steckt ein Tier.«

Den größten Spaß hatte Levy beim Dreh von Stiflers Party: »Ich bin betrunken. Ich kiffe. Es ist toll, da reinzugehen und einfach mitzumachen, anstatt den Kids „Viel Spaß auf der Party!“ zu wünschen. Diesmal bin ich selbst auf der Party.« Genauso genoss Levy seine Szenen mit Jennifer Coolidge, besser bekannt als Stiflers Mom. Die beiden hatten bereits mehrere Filme zusammen gedreht. »Die Szenen mit Jennifer und Eugene zählen für uns zu den amüsantesten, die wir je gedreht haben«, schwärmt Hurwitz. »Er ist unglaublich. Und sie erst – ihr Improvisationstalent… Ein echter Profi. Wenn sie einen Raum betritt, denkst du nur: Wow!«

Apropos Raum: Fans werden Jims Zimmer sofort wiedererkennen. Das Set »sollte im Smithsonian Institute ausgestellt werden«, findet Produktionsdesigner Bill Arnold. Überraschenderweise war es für die Crew ein Leichtes, die Originaltapete aufzutreiben. Der Lieferant in Los Angeles hatte noch einige Rollen auf Lager. Das Tapetenmuster trägt jetzt den angemessenen Namen „,American Pie’-Karo“.

American Pie: Das Klassentreffen ist ein Film nicht nur für die Fans, sondern auch für alle diejenigen, die kein Klassentreffen hatten, oder, wie im Fall von Eddie Kaye Thomas, der auch hier wieder als Finch brilliert, ihren Abschlussball verpasst hatten. Es macht einfach Spaß, zuzusehen. Auch wenn einige der Originalmitschüler nur kurz auftreten, weckt der Film nostalgische Momente, nicht nur für die Filmfiguren. Hinzu kommt ein Soundtrack, der Erinnerungen an die 90er Jahre hochleben lässt. Man könnte denken, dass ich eine Flöte im Hintern stecken habe, aber dem ist nicht so. Bei all der Belanglosigkeit spiegelt der Film im Endeffekt doch genau das wider, was wir alle mehr oder weniger vermissen – die Jugend und die Erinnerungen daran. ■ mz

OT: American Reunion
USA 2012
Komödie
FSK: 12
112 min

mit
Jason Biggs (Jim Levenstein) Kim Hasper
Alyson Hannigan (Michelle Levenstein) Manja Doering
Seann William Scott (Steve Stifler) Björn Schalla
Eddie Kaye Thomas (Paul Finch) Julien Haggége
Thomas Ian Nicholas (Kevin Myers) Alexander Doering
Chris Klein (Chris „Oz“ Ostreicher) Marius Clarén
Eugene Levy (Noah Levenstein) Frank-Otto Schenk
Mena Suvari (Heather) Sonja Spuhl
Dania Ramirez (Selena) Maria Koschny
Katrina Bowden (Mia) Julia Meynen
Jay Harrington (Dr. Ron) Boris Tessmann
Tara Reid (Vicky) Uschi Hugo
Vik Sahay (Prateek Duraiswamy) Axel Malzacher
John Cho (MILF Typ #2) Tobias Müller
Jennifer Coolidge (Stifler’s Mom) Rita Engelmann
Natasha Lyonne (Jessica) Bianca Krahl
Shannon Elizabeth (Nadia) Dascha Lehmann
u.a.

musik
Lyle Workman

kamera
Daryn Okada

drehbuch
Jon Hurwitz
Hayden Schlossberg
basierend auf den von Adam Herz kreierten Figuren

regie
Jon Hurwitz
Hayden Schlossberg

produktion
Universal Pictures
Practical Pictures
Relativity Media
Zoe Pictures

verleih
UPI

Kinostart: 26. April 2012

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24.04.2012 | mz |
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