Mittwoch, 26. Juni 2019

Erik, der Sohn von Mumble und Gloria, sorgt für Wirbel.
© Warner Brothers

Trailer | IMDb | Filmseite

Das Sequel zum Oscar®-preisgekrönten Animations-Superhit Happy Feet entführt die Zuschauer erneut in die grandiose Landschaft der Antarktis – diesmal in 3D. Dass das 3D-Format auch hier zweitrangig ist, merkt man erst im Abspann, wenn das junge Publikum versucht, die Seifenblasen, die auf einen zuschweben, zum Platzen zu bringen.

Aber zur Geschichte: Mumble, der Meister des Stepptanzes, hat ein Problem: Sein winziger Sohn Erik leidet unter Chorophobie. Weil er nicht tanzen will, reißt er aus und begegnet Sven dem Großen – einem Pinguin, der fliegen kann! Mit diesem neuen charismatischen Vorbild kann Mumble natürlich nicht konkurrieren.

Doch es kommt noch schlimmer, als die Welt durch ungeahnte Kräfte aus den Angeln gehoben wird. Plötzlich ist ihr Volk von den Eismassen eingeschlossen. Es scheint keinen Ausweg zu geben, bis Mumble schließlich seine neu gewonnenen Freunde, die Robben, dazu bewegen kann, die Erde erneut zum Beben zu bringen. Erik erlebt, welchen Mut sein Vater aufbringen kann, und dass der fliegende Pinguin Sven nur ein Angeber ist.

Damit das Ganze nicht ganz so dramatisch abläuft, hat man neben Sven und den Robben auch noch die Krill-Zwillinge Bill und Will animiert, die für jede Menge Spaß sorgen. Ein wenig erinnern sie sogar an das dynamische, wenn auch ungleiche Duo Marlin/Dori aus Findet Nemo.

Für die Originalstimmen hat man die illustre Besetzung des ersten Teils mit neuen Prominenten ergänzt. So sprechen Brad Pitt und Matt Damon z.B. die beiden Krillinge. Die deutsche Synchronisation ist etwas gewöhnungsbedürftig, dürfte aber das junge Zielpublikum nicht stören. Es ist jedoch verwunderlich, dass man das Eindeutschen der Songs nicht konsequent durchgezogen hat.

Während zur Eröffnungsnummer Janet Jacksons „Rhythm Nation“ komplett eingedeutscht wurde, ließ man etwa bei „We are the Champions“ den Originaltext, obwohl eine deutsche Fassung eigentlich inhaltlich und wörtlich gleich klingen würde. Andererseits dürfte es egal sein, ob man den Songtext im englischen Original oder in der deutschen Fassung nicht versteht.

»Den ganzen Film durchziehen wunderbare Umweltthemen«, erzählt Elijah Wood, der erneut den Mumble spricht, über die Fortsetzung und Regisseur George Miller, der für den ersten Teil 2006 den Oscar® für den Besten animierten Film entgegen nahm. »Immer wieder wird betont, was derzeit in unserer Welt vor sich geht und wie sich das auf unsere Tierwelt auswirkt. George hat das bestens im Griff – genau wie beim ersten Film.

Diese Themen werden sehr organisch mit der Story verwoben, ebenso die Motive Liebe und Identitätsfindung. Vor allem für junge Zuschauer ist der Film gut geeignet. Sie erfahren hier, dass gerade unsere Eigenarten, die uns von anderen unterscheiden, unsere wichtigsten Charaktereigenschaften sind. Diese Eigenheiten muss man feiern, statt sich ihrer zu schämen.«

Wie im ersten Film vor fünf Jahren spielen auch diesmal wieder echte Menschen mit, diesmal jedoch mit mehr Szenen, was ein wenig befremdet wirkt, kennt man es doch eigentlich umgekehrt, dass animierte Figuren in reale Filme projeziert werden. Den Filmanimateuren ist es jedoch sehr gut gelungen, beide „Welten“ ohne sichtbare Bildfehler interagieren zu lassen.

Happy Feet 2 ist gelungenes Kinderkino aus Australien bzw. Hollywood, das mit 100 Minuten Länge zwar einige dieser auch aufweist, aber dennoch unterhält, unterrichtet, aufklärt und vor allem (wenn auch nicht ganz so oft wie im ersten Film) zum Mittanzen animiert. Und dass ein Mädchen einen Jungen spricht ist man ja eh schon seit den Simpsons gewöhnt. ■ mz


OT: Happy Feet Two
AUS 2011
Komödie/Drama/Trickfilm
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
100 min

mit den Stimmen von
Ava Acres (Erik)
Elijah Wood (Mumble)
Alecia „P!NK“ Moore (Gloria)
Benjamin „Lil P-Nut“ Flores jr. (Atticus)
Common (Seymour)
Hugo Weaving (Noah, der Älteste)
Brad Pitt (Will)
Matt Damon (Bill)
Hank Azaria (Sven)
Robin Williams (Ramón) Rick Kavanian
Robin Williams (Lovelace) Ben Becker
Sofía Vergara (Carmen)
Jeffrey Garcia (Rinaldo)
Richard Carter (Bryan, der Strandmeister)
Anthony LaPaglia (Alpha-Raubmöwe)
u.a.

musik
John Powell

kamera
David Dulac
David Peers

drehbuch
Dr. George Miller
Gary Eck
Warren Coleman
Paul Livingston

regie
Dr. George Miller

produktion
Warner Bros. Pictures
Village Roadshow Pictures
Kennedy Miller Mitchell
Dr D Studios

verleih
Warner Brothers

29.11.2011 | mz |
Kategorien: Filme | ohne