Montag, 20. Mai 2019

Ein Bild aus früheren Tagen, Paul Maddens (Martin Freeman) und
seine Freundin Jennifer (Ashley Jensen) feiern zusammen Weihnachten.
© Pandastorm Pictures

Trailer | IMDb

Pünktlich zur Weihnachtszeit kommt sogar ein echter Weihnachtsfilm in die Kinos! Da Weihnachten jedes Jahr stattfindet und zeitlos ist, ist es auch nebensächlich, dass der Film schon zwei Jahre alt ist. Martin Freeman, der zur Zeit als Hobbit vor der Kamera steht, spielt die tragende Hauptrolle des griesgrämigen „Weihnachtsmuffels“ Paul Maddens, einem Grundschullehrer in einem englischen Kaff.

Um Maddens aus seinem miserablen Dasein zu holen, wird er von der Direktorin Mrs. Bevan beauftragt, in diesem Jahr das weltweit meist gespielte Weihnachtsschulstück „Nativity!“ aufzuführen. Er hat so gar keine Lust dazu und tritt den Job nur widerwillig an. Erst als er seinen ehemaligen besten Freund und derzeitigen Erzrivalen Gordon Shakespeare hochnäsig belügt, dass Hollywood dieses Jahr zu seiner Inszenierung der Weihnachtsgeschichte nach Coventry kommen würde, geriet sein Leben plötzlich wieder in Aufruhr.

Und das alles nur, weil Gordon ihn immer wieder mit seiner Trennung von Jennifer reizt, die mittlerweile 5 Jahre zurück liegt. Schließlich hat sie ihn an Weihnachten verlassen und seitdem kein Wort mehr mit ihm gesprochen. Inzwischen arbeitet sie bei einer Filmproduktionsfirma in Hollywood, die aus seiner Schulaufführung einen Film machen soll. Sagt Paul.

Die Kunde vom großen Besuch aus Übersee verbreitet sich in dem kleinen Örtchen dank Hilfslehrer Mr. Poppy wie Feuer in einem trockenen Tannenbaum. Und Maddens findet sich auf einmal im größten Chaos wieder! Der unkonventionelle Mr. Poppy missachtet permanent seine pädagogischen Ansätze und übt statt christlichem Weihnachtsspiel ein moralisch eher freizügiges Musical mit den Kindern ein.

Erzrivale Shakespeare scheint dieses Jahr die ganz große Weihnachtsnummer aus dem Hut zu zaubern, und dann sitzen ihm auch Schulleiterin Mrs. Bevan und die örtlichen Medien mit ihren Hollywoodträumen im Nacken. Da bleibt die große Frage: Wie soll er es schaffen, mit Jennifer in Kontakt zu treten und sie zu überzeugen, mit einer Filmcrew nach Coventry zu kommen…?

Debbie Isitt inszenierte den sehr unterhaltsamen Nicht-nur-für-Kinderfilm mit Martin Freeman, Marc Wootton und Jason Watkins, mit denen sie bereits 2006 bei ihrer Impro-Komödie Confetti – Heirate lieber ungewöhnlich zusammengearbeitet hatte. Isitt ist bekannt für ihre schwarzhumorigen Theaterstücke. Ihr Erstlingswerk „Gatte gegrillt“ („The Woman who cooked her Husband“) feierte bereits 1991 in England seine Welturaufführung.

Zuschauer und Kritiker waren gleichermaßen begeistert vom Erstlingswerk der Autorin und Regisseurin, sodass diese böse, schwarzhumorige englische Komödie mittlerweile an vielen Bühnen rund um den Globus aufgeführt wird und zwar überall mit Erfolg. Wer Interesse hat, kann sich vom 21.12.2011 – 10.02.2012 im Stalburg Theater in Frankfurt/Main selbst davon überzeugen.

Der Weihnachtsmuffel ist eine Komödie für die ganze Familie, auch wenn Gordon Shakespeares bombastische Inszenierung und Interpretation des Stücks um Jesus’ Geburt recht unorthodox und nicht so ganz jugendfrei scheint, vor allem, wenn man betrachtet, dass das Stück von Kindern aufgeführt wird! Aber sehen Sie selbst! Da bekommt nicht nur Paul Maddens große Augen.

Wer also auf britischen (schwarzen) Humor steht und mal ein ganz flottes Krippenspiel sehen will, der sollte sich den Film unbedingt ansehen. Anschließend möchte man am liebsten sofort Weihnachten feiern. Übrigens ist eine Fortsetzung bereits in Arbeit. Unter dem Titel Nativity 2: The Second Coming schickt Isitt im nächsten Jahr Ex-„Doctor“ David Tennant mit einer Schulklasse zu einem Weihnachtsliedwettbewerb. ■ mz


OT: Nativity!
GB 2009
Komödie
FSK: Freigegeben ab 0
105 min

mit
Martin Freeman (Paul Maddens) Philipp Brammer
Marc Wootton (Mr. Poppy)
Jason Watkins (Gordon Shakespeare)
Ashley Jensen (Jennifer Lore)
Pam Ferris (Mrs. Bevan)
Alan Carr (Der Kritiker)
u.a.

musik
Nicky Ager
Debbie Isitt

kamera
Sean Van Hales

drehbuch
Debbie Isitt

regie
Debbie Isitt

produktion
Mirrorball Films
BBC Films
Screen West Midlands

verleih
Pandastorm

10.12.2011 | mz |
Kategorien: ohne