Sonntag, 20. Mai 2018
Game Night
Max, Annie und Brooks - noch ist der Abend im Lot.
© Hopper Stone/SMPSP/Warner Brothers/RatPac-Dune Ent. LLC

Das Autorenteam, bestehend aus Schauspieler John Francis Daley und dessen Kumpel Jonathan Goldstein, die u.a. für die Kill the Boss-Filme und Spider-Man: Homecoming verantwortlich zeichnen, führen uns in ihrer zweiten Regiearbeit nach Vacation - Wir sind die Griswolds in die wunderbar spaßige Welt der Spieleabende. Max und Annie lernen sich eines Abends in einer Bar während eines Spiele-Duells kennen, bei dem kein Geringerer als John Francis Daley selbst den Spielmeister gibt.

Fortan spielen sie nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander. Abende für Abende werden sie zu Spiele-Assen, selbst der Heiratsantrag wird gekonnt erraten, und natürlich findet die Hochzeit als Spieleabend statt. Nach dieser Schnelleinleitung beginnt dann auch die Hauptgeschichte des Films - ein Spieleabend mit Max' Bruder Brooks, der als erfolgreicher Unternehmer, der viel im Ausland agiert, in seine Heimatstadt kommt, um vor seinem kleinen Bruder anzugeben.

Annie findet, dass ihr Problem, ein Kind zu zeugen, an Max' in Stress resultierender Rivalität zu Brooks liegt. Was liegt also näher, als Brooks mit den Waffen des dynamischen Spieler-Duos in die Schranken zu weisen? Als dieser dann lautstark in seiner kleinen roten Corvette Stingray in der Vorstadtidylle der Davis' vorfährt, erzürnt er sogleich seinen Bruder, der versucht, den einsamen, mit Schoßhündchen nebenan wohnenden Polizisten Gary, der ihnen stets einen gruselig-psychopathischen Blick zuwirft und nur zu gern mit ihnen wieder mitspielen möchte, nachdem seine Frau gestorben war, fernzuhalten. Zumal Max und Annie ihm noch kurz zuvor versprochen hatten, beim nächsten Spieleabend dabei zu sein! Gary wird vom großartigen Jesse Plemons gespielt, der zuletzt an der Seite von Kirsten Dunst in der Serie Fargo zu sehen war und hier eine noch schrägere Figur spielt, die den Hauptprotagonisten letztlich (beinahe) die Show stiehlt.

Das Regieteam ist von Kyle Chandlers Darstellungspalette begeistert und wollte ihn unbedingt für die Rolle des Brooks. »Brooks musste nicht nur gut aussehen und charismatisch sein, sondern auch noch unwiderstehlich beliebt sein«, sagt Jonathan Goldstein. »Wir wollten, dass sich das Publikum die Frage stellt, ob sich Max' Unsicherheit vor dessen Bruder nicht nur in seinem Kopf abspielt. Und Kyles Darstellung zeigt uns genau das. Und da er noch nicht oft in Komödien gespielt hat, lässt sie die Zuschauer entdecken, wie lustig er sein kann.«

»Someone in this room is going to be taken and it’s going to be up to you to find them. Whoever finds the victim wins the grand prize.«

Brooks hat es sich in den Kopf gesetzt, seinem Bruder die Gelegenheit zu geben, sich zu beweisen, indem er einen Spieleabend organisiert und diesen auf eine höhere Ebene stellt und die Rateteams auf eine Schnitzeljagd schickt: Einer von ihnen wird während des Abends entführt, und die Anderen müssen denjenigen finden. Dazu hat er für jedes Team ein Dossier des Falls bereitgestellt und falsche Gangster und Pseudo-FBI-Agenten engagiert. Dem Sieger will er dann als großen Preis seine Corvette überlassen!

Zu den Standard-Spielern gehört Annies alter Freund Ryan nebst mit wem auch immer er gerade ausgeht. Selten erscheint er mit derselben Frau, doch ein Merkmal haben alle gemein - jung, heiß, Instagram-Models, die keinen blassen Schimmer haben. »Er verliert jedes Spiel, jedesmal, aber das stört ihn nicht, solange er hinterher bei ihr zum Zug kommt«, sagt Billy Magnussen über seine Figur Ryan.

Doch diesmal gibt es dieses Auto zu gewinnen... Daher lädt er Sarah ein, eine leitende Angestellte in seiner Firma und Britin. Sie ist intelligent, liebenswürdig und zeigt sich bemüht, ihren Verstand mit den anderen zu messen. Sie hat jedoch keine Ahnung ob Ryans wahrer Absichten, mit ihrer Intelligenz zu punkten, und »ist sich nicht so sicher, dass dies eine romantische Verabredung ist«, sagt Sharon Horgan. »Sie ist sich nicht einmal sicher, dass sie eine solche Verabredung mit ihm haben möchte. Man weiß nicht wirklich, was sie von ihm zu Beginn der Geschichte denkt, doch als die Dinge voranschreiten, erkennt sie, dass er...«

»Großartig ist?«, wirft ihr Filmpartner ein. - »...nicht das hellste Licht im Hafen ist«, kontert sie. »Er ist mutig und übereifrig, was praktisch ist, wenn es beängstigend wird, doch er lässt sich schnell ablenken. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto entspannter werden sie dem Anderen gegenüber, was das Ganze lustiger werden lässt, denn er zieht sie auf und sie findet es immer leichter, ihm einfach zusagen, er möge doch bitte die Klappe halten.«

»Ach komm, das ist eine wundervolle Unromanze, die sich da entfaltet.« Billy Magnussen beharrt darauf, dass ihr Scheitern, der gleichen Meinung zu sein, sich als fortlaufender Witz in der Geschichte manifestiert. Ein ganz anderes Paar sind da Kevin und Michelle, gespielt von New Girl-Spaßpolizist Lamorne Morris und Kylie Bunbury.

»Sie sind seit der Mittelstufe zusammen«, sagt Kylie Bunbury. »Sie sind beste Freunde, sie kennen einander recht gut und teilen eine ganze Menge, wie ihren Sinn für Humor und ihren Behaglichkeitsgrad, den man sich mit Zeit und Vertrauen aufbaut.« Angers gesagt, sie sind das ständig händchenhaltende, Jeder-Tag-ist-Valentinstag-Pärchen, das bei ihren besten Freunden immer wieder für augenrollende Momente sorgt.

»Kevin und Michelle kennen sich schon so lange, dass sie davon ausgehen, alles über den Anderen zu wissen«, sagt John Francis Daley. Doch all die romantische Vergangenheit und Glückseligkeit wird plötzlich in Brooks' Haus vergiftet, als sie in der ersten Spielrunde des Abends das Trinkspiel „Ich habe noch nie...“ starten. Nach Michelles Zögern bei „...mit einem Promi geschlafen“, ist Kevin plötzlich hellhörig geworden und piesackt seine Freundin den ganzen Abend, ob das denn stimmt und wer dieser Prominente denn gewesen sei, was zu einem weiteren Rätsel an jenem Abend führt, und natürlich zu einem fortlaufenden Witz.

»Glass tables are acting weird today.«

Und dann kommt es schließlich zu besagter „Entführung“. Da Brooks die ganze Krimigeschichte angezettelt hat, ist es natürlich auch er, der entführt wird. Alle sind begeistert von der Authentizität der Entführung, auch wenn man als Zuschauer da doch so seine Zweifel hat, dass das gespielt ist. Später kommen dann die engagierten FBI-Agenten, die den Spielteilnehmern Dossiers überreichen, die die Teams auf eine Schnitzeljagd schicken sollen. Doch als dann kurze Zeit später die wahren Schauspieler-Entführer auftauchen, beginnt ein haarsträubender Abend, der die Spielteilnehmer nicht nur in Lebensgefahr, sondern auch näher zusammen bringt, um am Ende schließlich ihre Konflikte zu lösen.

Im Laufe der Nacht stoßen sie auf einen Fight Club, ein Fabergé-Ei sowie auf einen internationalen Verbrecher, den alle nur als „den Bulgaren“ kennen, und der irgendwie sehr stark an TV-Profikiller Dexter erinnert. Man weiß nicht genau, welche Bösewichte gespielt oder echt sind und wer am Ende als Letzter den Überblick behält. Und wie zum Henker sie lebend aus der Geschichte wieder herauskommen...

»Wir haben einen Film mit einer Menge Überraschungen gemacht«, sagt der Regisseur abschließend. »Wir wollen, dass er von Anfang bis Ende für's Publikum eine Achterbahnfahrt wird, eine, die sie zum Lachen und Japsen bringt, und vielleicht auch ein wenig reflektiert.« Toll gemacht, vor allem weil es derzeit nicht so oft verwendet wurde, ist die Miniaturoptik bei den Außenaufnahmen mit ein- und ausparkenden Autos, was aussieht, als würden sich die Figuren auf einem Spielbrett bewegen. Game Night macht Spaß, ist spannend und toll gespielt (Jason Bateman ist erstmals wirklich lustig!), und wenn man's organisisert, gibt's auch noch Schokolade. Aber wie man weiß, sollte man Schokolade nicht wirklich im Dunkeln essen, genauso wenig wie auf einen schneeweißen Terrier bluten... ■ mz

1. März 2018

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