Mittwoch, 13. Dezember 2017
Coco
Lebendiger als das Leben!
Der mit dem Tod tanzt - Hector & Miguel
© Disney/Pixar

Mit Coco könnte man denken, dass damit die Hauptfigur des Films gemeint ist. Mitnichten! Unser Protagonist ist ein zwölfjähriger Junge namens Miguel Rivera, der in der mexikanischen Kleinstadt Santa Cecilia bei seiner Familie lebt, die Schuhe herstellt und repariert. Später soll er auch einmal in diese Schusterfußstapfen treten. Er ist verliebt in Musik und speziell in die seines verstorbenen Idols Ernesto de la Cruz - eine Art mexikanischer Elvis.

Miguels Familie, speziell seine liebenswert herrische Großmutter, verbietet vehement Musik seit Generationen - kein Pfeifen, kein Instrument spielen, kein Summen oder Tanzen. Ziemlich geknickt ist er, als ihn die Familie diesbezüglich zurückhält und er innerlich einen Groll gegen diese Verbannung seiner größten Leidenschaft hegt. Der Einzige, der zu ihm hält, ist ein leicht tolpatschiger Straßenhund.

Der große Tag nähert sich - der Dia de los Muertos, der Tag der Toten, an dem alle Verstorbenen geehrt werden und derer gedacht wird. Hierfür werden die Bilder der Toten aufgestellt und im Kerzenschein auf deren „Ankunft“ gewartet. Regisseur Lee Unkrich erzählt: »Wir erkannten das gemeinsame Bedürfnis, erinnert zu werden, das Gefühl, auch lang nach unserer Zeit hier, noch von Bedeutung zu sein. Gleichermaßen gibt es die große Sehnsucht, die Erinnerung an unsere Angehörigen am Leben zu halten. Indem wir ihre Geschichten teilen und unsere eigene schaffen, bauen wir eine Verbindung auf, die größer als unser Alltag ist und sich über Generationen ertreckt.«

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Auf einem Festplatz wird abends ein Musikwettbewerb veranstaltet und Miguel möchte daran heimlich teilnehmen. Er braucht dafür nur eine Gitarre. Die Dame von der Organisation hat ihn bereits auf die Liste gesetzt. Nach mehreren Fehlversuchen, eine Gitarre zu erbitten, landet er auf dem Friedhof, wo sich auch die geräumige, hausähnliche Grabstätte seines verehrten Musikers Ernesto de la Cruz befindet. Über seinem Sarkophag hängt an der Wand dessen Gitarre. Just kommt Miguel der Einfall, sich dieses Instrument auszuleihen. Was sollte der Verstorbene dagegen haben? Als er aus der Ruhestätte heraustreten will, hat man bereits entdeckt, dass dort eingebrochen wurde. Miguel versucht vergeblich, sich zu verstecken, doch die Leute gehen durch ihn hindurch!

Was ist passiert?! Er wird langsam zu einem totenähnlichen Wesen, welches mit den Verstorbenen reden kann. Kurz darauf entdecken ihn dahingeschiedene Mitglieder seiner Familie und geleiten ihn zu einer langen Brücke, die ins viktorianisch gebaute, atemberaubend gut aussehende Totenreich führt. Seine Ahnen wollen ihm helfen, dort einzureisen und hoffentlich Lösungen zu finden, wie er wieder in Fleisch und Blut zurückverwandelt und von seiner lebendigen Familie erkannt werden kann.

Ein Skelett names Hector ist gerade in Richtung der Lebenden unterwegs und hat sich durchgeschummelt, wird allerdings auf der Brücke aufgehalten. Nur Tote, dessen lebende Verwandte oder Freunde ein Bild des Dahingeschiedenen aufgestellt haben, dürfen am Tag der Toten zu den Lebenden reisen, ansonsten dürfen sie nicht passieren. Zufällig laufen sich Miguel und Hector über den Weg und bilden eine unstete Allianz - immer mit dem Gedanken, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Ab da kommt es zu einigen teils überraschenden Wendungen...

Die Regisseure Lee Unkrich und Adrian Molina schaffen es, einen am Anfang ein bisschen ruhigeren, in die kulturelle Welt Mexikos einführenden und dann mitreißenden und berührenden Film zu inszenieren. Animationstechnisch von hoher Güte kann man sich in die Geschichte schnell hineinversetzen und folgt gebannt Miguels Abenteuer im Totenreich. Und natürlich wird im Film auch geklärt, wer Coco ist...

Schön ist, dass der mittlerweile 19. abendfüllende Pixar-Film diesmal wieder eine neue Idee und Produktion aus dem Hause ist, denn Fortsetzungen wie die zu Cars oder demnächst Die Unglaublichen bringen zwar liebgewonnene Figuren zurück, lassen allerdings manchmal vermissen, wieder einmal etwas Neues entdeckt zu haben. Nicht der Presse vorab gezeigt wurde der neue 20-minütige Vorfilm Olaf taut auf mit den beliebten Figuren aus Die Eiskönigin. Hier haben sich wohl schon Disney-Fans beschwert, dass die Qualität etwas hinten an bleibt... ■ mh

30. November 2017

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