Freitag, 25. Mai 2018
Alien: Covenant
Daniels fürchtet sich.
© 20th Century Fox

Ridley Scott möchte mit seiner neusten Regiearbeit dem Universum der Alien–Filme (für Experten: es soll auch das Blade-Runner-Setting mit dazu gehören) weitere Facetten abringen und die Zuschauer wieder packen und kräftig erschrecken. Sein Klassiker von 1979 hat das „Zehn-Kleine-Negerlein“-Prinzip im Film vorangetrieben, wo einzelne Protagonisten nach und nach der Gefahr zum Opfer fallen und man mitfiebert, wer denn (hoffentlich) den Schrecken am Ende überlebt! „Ripley, die letzte Überlebende der Nostromo“ – dies haben vielleicht noch einige in den Ohren.

In Ridley Scotts Genre-Vorgänger-Film im gleichen Alien-Universum von 2012 mit dem Titel Prometheus - Dunkle Zeichen wird die Suche der Menschheit nach ihrem Schöpfer vorangetrieben. Mit dem Raumschiff „Prometheus“ wird ein durch Überlieferungen ermittelter Planet besucht. Dort sollen die „Erschaffer“ den Erdbewohnern Antworten auf ihre Fragen des Seins beantworten. Letztendlich entdeckt man hier auch ein Lager von Massenvernichtungswaffen, die die Lebewesen eines ganze Planeten auslöschen können... Primäres Ziel: unsere Erde. Im Film kommt heraus, dass „unsere“ vermeintlichen Erschaffer gleichzusetzen sind mit der als „Space Jockey“ bezeichneten toten Kreatur, der Ripley, Kane und Lambert im ersten Alien-Film im Steuerungsraum des abgestürzten Raumschiffwracks begegnen – gestorben durch einen gewaltsamen Ausbruch aus dem Brustkörper.

»Do you hear that?«

Alien: Covenant handelt von einer 15-köpfigen Mannschaft, die mit dem Raumschiff „Covenant“ 2000 für den Flug „eingefrorene“ Kolonisten und mehrere Hundert Embryos auf einen Planeten bringen sollen, um sich dort anzusiedeln. Langstreckensensoren haben herausgefunden, dass der Planet Origae-6 eine erdähnliche Atmosphäre sowie Land- und Wassermassen aufweisen soll.

Bei einer Eruption im All kommt es zur Beschädigung der energieaufsaugenden Sonnensegel des Kolonieschiffs, so dass der Androide Walter die Crew (7 Paare) aus der Tiefschlafphase holen muss. Nach einer tödlichen Komplikation wird der 1. Offizier Oram zum Kapitän der Mannschaft und unsere starke Protagonistin, und frische Witwe, Daniels rückt nach.

Die „Covenant“ empfängt ein Signal, welches sich als kryptische Botschaft herausstellt und irgendwie eine Verbindung zu unserem Planeten Erde inne zu haben scheint. Der Planet, von dem die Nachricht kommt, stellt sich als atmosphärisch ähnlich der Erde dar, so dass Captain Oram entscheidet, diesem einen Besuch abzustatten. Er spekuliert mit der Aufgabe des eigentlichen Ziels, falls man hier bereits einen geeigneten Planeten findet, der ebenfalls die Voraussetzungen für eine Kolonialisierung bereithält. Damit könnte man weitere Jahre im „Winterschlaf“ umgehen, die nötig wären, um Origae-6 zu erreichen.

»Die Verantwortung für mehr als 2000 Menschen zu haben, setzt Oram gehörig zu«, sagt Schauspieler Billy Crudup. »Er hegt große Selbstzweifel und tut sich extrem schwer, alle diese Leute in eine unbekannte Zukunft zu führen. Ich glaube, das ist ein großer Teil der Geschichte – wie Oram mit den anderen Crewmitgliedern umgeht und wie er letztendlich das Selbstvertrauen findet, die moralische Verantwortung für alle diese Personen zu übernehmen.«

Von großen Stürmen umgeben landet das Shuttle der „Covenant“ auf dem Planeten, der anfangs tatsächlich recht ideal zu sein scheint und Origae-6 ersetzen könnte. Den Reisenden präsentiert sich eine geradezu majestätische Landschaft. Aber irgendetwas stimmt hier nicht. Es herrscht, vom Wetter abgesehen, eine sehr ungewohnte Stille. »Der Planet ist wundervoll, wahrlich spektakulär und aus diesem Grund furchteinflößend«, erläutert Regisseur Ridley Scott. »Er ist tot. Ein Geisterhaus. Das Leben besteht ausschließlich aus Pflanzen und Bäumen. Tiere existieren nicht.«

Auf der Suche nach dem Signal tritt ein Sicherheitsoffizier auf eine unbekannte kugelähnliche Ablagerung und kurze Zeit später nimmt das Chaos seinen Lauf. An dessen Ende steht die Zerstörung des Landeshuttles, und zwei fremdartige aggressive Wesen machen sich über die Expeditionsmannschaft her. Da taucht ein Fremder auf, der dem Team zu helfen versucht. Nichtsdestotrotz steht die Evakuierung der Crewmitglieder an erster Stelle, was sich durch einen ionischen Sturm als äußerst schwierig und gefährlich darstellt...

»All of this to start a new life...«

Ridley Scott hält sich diesmal sehr stark im Mittelteil des Films auf, welcher in meinen Augen relativ unerwartet eine starke Verbindung zum Vorgängerfilm aufweist. Dies ließen die Trailer nicht unbedingt vermuten, bietet nun gleichzeitig eine Spur mehr Überraschung, wenn man sich diese vorher nicht doch verderben lassen hat. Der Zuschauer darf gespannt sein, was hinter allem steckt, und bekommt diverse Erkenntnisse geliefert. Diese werden vielleicht Alien-Fans nicht unbedingt gefallen, da darüber hinaus neue Fragen aufgeworfen werden. Einiges bildet dann erst mit Ridley Scotts Prometheus einen größeren Zusammenhang. Den Vorgänger-Film muss man nicht zwingend gesehen haben. Allerdings zum Verständnis und als „Aha“-Faktor wäre es eine Bereicherung.

Trotz diverser kleinerer Spannungsbögen ist man doch sehr fokussiert auf die Figuren Oram, Daniels, Walter und den Fremden. Glücklicherweise gibt es weniger Logiklöcher als im Vorgänger, wie auch weniger teils unverständliche Handlungsweisen einzelner Figuren. Herr Scott meinte beim ersten Treffen mit den Produzenten, es müsse alles weinrot werden - sprich: viel, viel Blut. Dies ist sicherlich vorhanden, nur hat man im Laufe der Jahre schon so viel gesehen, dass man weniger erschrocken und berührt wird.

In Sachen Spannung ist der 79er Klassiker nicht einholbar – auch knapp 40 Jahre später nicht. Allein das abgenutzte Weltraum-Trucker-Design in einigen Bereichen der „Nostromo“ sah einfach absolut lebensecht aus. Klar, bei Expeditionsschiffen wird eben öfters sauber gemacht. Allerdings ist Alien: Covenant, wenn nicht zu viele Erwartungen vorhanden sind, ein 2 Stunden langer, teils überaus kurzweiliger Unterhaltungsfilm mit diversen Aliens, die man vorher noch nicht gesehen hat.

Und diesmal kehrt endlich das Ursprungs-Alien wieder auf die Leinwand zurück - eine Tatsache, die bei Prometheus von den Fans stark moniert wurde, auch wenn dort ebenfalls vom leider zu früh verstorbenen Designer und Erfinder H.R. Giger Spuren zu finden sind! Wir können gespannt sein, ob Ridley Scott noch einen weiteren Film folgen lässt. Möglicherweise gibt es schon einige Ideen, und vielleicht taucht ja ein gewisser Androide oder ein überarbeitetes Modell erneut auf - wenn Covenant einigermaßen erfolgreich ist... ■ mh

20. Mai 2017

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