Donnerstag, 19. April 2018
† Sári Gábor (1917-2016)

Die aus Budapest stammende Miss Ungarn von 1936 war in der Nachkriegszeit in Hollywood als Schauspielerin und Sexsymbol bekannt geworden. Zahlreiche Klatschgeschichten brachten ihr einen Ruf als Hollywood-Diva ein. Jetzt ist Zsa Zsa Gábor im geschätzten Alter von 99 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts in ihrer Villa in Los Angeles gestorben. Anfang der 40er Jahre folgte sie ihren Schwestern Eva und Magda sowie ihrer Mutter Jolie in die USA. Berühmt wurde Frau Gábor nicht unbedingt durch ihre Filmkarriere, die in einer Enzyklopädie als „weitgehend dekorativ“ beschrieben wurde.

In den 50er Jahren stand sie häufig vor der Kamera, darunter in Filmen wie Moulin Rouge, in dem B-SciFi-Film In den Krallen der Venus und Serenade einer großen Liebe. Sie sorgte vor allem durch ihre zahlreichen Ehen mit sehr reichen Männern für Schlagzeilen. Zu ihren prominenten Partnern gehörte Oscar®-Preisträger George Sanders, der Hotelmagnat Conrad Hilton und der Unternehmer John W. Ryan, der zusammen mit Ruth Handler die Barbie-Puppe kreierte.

Die letzten 30 Jahre war sie mit dem aus Deutschland stammenden Frédéric Prinz von Anhalt verheiratet. In Thomas Gottschalks Sendung Na sowas! sagte sie 1986, frisch verheiratet, dass sie hoffe, dass diese Ehe noch lange halten wird, und dass sie nicht noch einmal heiraten wolle. Seit längerem hatte sie schwere gesundheitliche Probleme und musste mehrfach ins Krankenhaus eingeliefert werden. Im Juli 2010 brach sie sich bei einem Sturz aus dem Bett die Hüfte. Daraufhin musste ihr rechtes Bein teilweise amputiert werden.

Die Großtante von Paris Hilton sorgte auch durch Großskandale für Aufsehen: Im Juni 1989 verpasste sie dem Polizisten Paul Kramer eine Ohrfeige, als der ihren Rolls-Royce wegen eines Verkehrsverstoßes gestoppt hatte. Frau Gábor musste später für drei Tage ins Gefängnis, zudem leistete sie Sozialstunden und zahlte ein Buß- und Schmerzensgeld in Höhe von 13.000 Dollar.

Frédéric Prinz von Anhalt geht der Tod seiner Frau sichtlich nahe. »Ich war in den letzten Tagen nur damit beschäftigt, Weihnachten und Zsa Zsas 100. Geburtstag im Februar vorzubereiten. Den wollten sie unbedingt noch erleben«, sagt er mit tränenerstickter Stimme. Nun wird Frédéric vermutlich nach Deutschland zurückkehren. München sei seine Lieblingsstadt, sagt er. »Dort irgendwo auf dem Land zu leben, das kann ich mir sehr gut vorstellen.« ■ mz

27. Dezember 2016
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