Donnerstag, 19. April 2018

Manfred Krug


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† Manfred Krug (1937-2016)


Der Schauspieler und Sänger Manfred Krug ist bereits vorigen Freitag im Alter von 79 Jahren „friedlich im Kreise seiner Familie zu Hause eingeschlafen“, wie sein Management einen Bericht der Bild-Zeitung bestätigte. Er wünschte sich eine Bestattung im engsten Familienkreis. Er ist einer der wenigen Künstler, die es in der DDR wie auch in der BRD geschafft haben, populär zu sein.

In der DDR war er aus Filmen wie König Drosselbart, Spur der Steine und Käuzchenkuhle bekannt, sowie als Jazz-Schlagersänger, eckte schließlich mit dem Politbüro an, weil er gegen die Abschiebung des Liedermachers Wolf Biermann protestierte, und startete schließlich nach seiner Ausreise aus der DDR im „Westen“ seine zweite Karriere, trat in der deutschen Version der Sesamstraße auf, wurde bekannt als Franz Meersdonk in der Fernfahrerserie Auf Achse und spielte sich als Anwalt (Robert) Liebling, Kreuzberg in die Herzen der Fernsehzuschauer. Als singender Hauptkommissar Paul Stoever war er von 1984-2001 zusammen mit Charles Brauer im NDR-Tatort zu sehen.

Seit seinem Fernsehabschied veröffentlichte Manfred Krug Gedichte und Erzählungen. In zwei Biografien blickte er in Buchform auf sein Leben zurück: „Abgehauen“ und „Mein schönes Leben“. Auch als Sänger wurde der Rentner wieder aktiver. So trat er im Sommer 2001 zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder live in Berlin auf. Immer wieder sang er mit dem Berlin Jazz Orchestra. Auch nach einer Herzklappenoperation im Herbst 2014 ging er wieder auf Tournee - zusammen mit Uschi Brüning, mit der er am 5. Dezember in Dresden hätte auftreten sollen. Mach's gut, Manne! ■ mz